Schilder hängen seit Jahren

Gewerbetreibende in Felsberg sollen Hinweistafeln abmontieren

+
Kann das nicht verstehen: Jörg Gildhoff-Fröhlich von der Firma JFG Unternehmenspark aus Felsberg. Das Schild soll abmontiert werden, weil es laut Ordnungsamt auf öffentlichem Grund steht.

Felsberg. Seit 18 Jahren vermietet Jörg Gildhoff-Fröhlich sein Firmengelände an mehrere Betriebe. Darauf weisen Schilder hin. Diese sollen jetzt aber abmontiert werden.

Das fordert das Ordnungsamt.

Jörg Gildhoff-Fröhlich ist verärgert. „Das ist wie ein Schildbürgerstreich in Felsberg", sagt er. Der Unternehmer vermietet sein Firmengelände in Gensungen an mehrere Betriebe. Auf seinen Firmensitz weisen schon seit 18 Jahren Schilder hin. Die soll er nun abmontieren, fordert das gemeinsame Ordnungsamt Melsungen-Felsberg.

Das Schreiben mit der Aufforderung kam nun schon zum zweiten Mal ins Haus. Bis zum 30. Juni soll er drei Schilder abhängen. Sie seien nicht ordnungsgemäß angebracht. Gildhoff-Fröhlich hält das für einen Witz. „Die Schilder gibt es nun schon seit fast dreißig Jahren, jetzt sollen sie weg.“ Er versteht das nicht. Schon die Firma seiner Familie hatte an diesen Stellen Hinweisschilder angebracht. Er habe sie nach der Neugründung nur ausgewechselt. Das sei doch schon immer so gewesen und ist für ihn so etwas wie ein Gewohnheitsrecht.

Er glaubt, das alles hänge mit der Zusammenlegung der beiden Ordnungsämter Melsungen und Felsberg im vergangenen Jahrzusammen. Vorher habe es keine Beschwerden gegeben. Gildhoff-Fröhlich will nun die Vorhaltungen prüfen lassen und hat einen Vermessungstechniker bestellt. Der Unternehmer glaubt nicht, dass eines der Schilder, wie der Vorwurf lautet, auf einem öffentlichen Grundstück sondern auf seinem eigenen steht. Das will er beweisen lassen. Zudem findet er die Aufforderungen unverschämt. „Warum hat denn der Ordnungsbeamte nicht einmal vorher bei uns angefragt, bevor er gleich ein solches Schreiben schickt?“ Die Hinweissschilder seien doch Werbung für seinen Betrieb. Die Stadt müsse doch ein Interesse haben, dass das Gewerbe floriert. Gildhoff-Fröhlich ist mit seinen Sorgen nicht allein. Das Ordnungsamt schrieb zwölf Unternehmen in Felsberg an, 20 Schilder, die teils schon sehr lang angebracht sind, sollen entfernt werden, darunter ist auch der Einzelhandel.

Auch Einzelhandel betroffen

Lars Kühn, Vorsitzender des Felsberger Gewerbevereins „Die Partner!" war bereits zum Gespräch mit Bürgermeister Volker Steinmetz und dem Mitarbeiter des Melsunger Ordnungsamtes Frank Werner. Dort habe man sich geeinigt, unkonventionelle Lösungen zu finden, sagte Kühn. Man wolle genau prüfen, ob die Standorte den Vorgaben entsprächen. Probleme gebe es auch in der Nähe des Elektrohandels Winzenburg mit dem Aldischild. Er könne es nicht verstehen, dass entgegen der Absprache erneut eine Frist gesetzt wurde. Das meint auch Steinmetz: Die Schilder können und dürfen nicht so stehen bleiben, auch er wünsche sich eine Regelung in Einzelgesprächen mit Lösungen, die Sinn machen.

Das sagt das Ordnungsamt

Firmenschilder seien an öffentlichen Straßen verboten, sagte der Mitarbeiter des Melsunger Ordnungsamtes Frank Werner. Auch sei es nicht erlaubt, zusätzliche Schilder an Verkehrszeichen anzuhängen. Beide Fälle gebe es in Felsberg. Die Polizei und Hessen Mobil hätten ihn im vergangenen Jahr auf die Situation in Felsberg aufmerksam gemacht. Betroffen seien Schilder in der Homberger Straße, der Karthäuser Straße, der Mittelhöfer Straße und der Hauptstraße unter der Brücke.„Viele der Schilder sind jahrzehntelang stillschweigend geduldet worden“, sagte er. Die Frist sei auch eine Aufforderung, dass Einigungen getroffen würden. 

Quelle: HNA

Mehr zum Thema

Kommentare