Berater empfehlen außergerichtliche Einigungen

Schimmel ist häufig Grund für Mietstreit

Schwalm-Eder. Wenn Mieter und Vermieter sich streiten, geht es oft um Schimmel. Nach Konflikten um Nebenkosten sei das der häufigste Grund für Auseinandersetzungen, sagt Rechtsanwältin Dagmar Neupärtl (Borken). Sie berät Mieter in juristischen Fragen im Auftrag des Deutschen Mieterbundes (DMB).

Wenn der DMB die Vermieter anschreibt, gebe es drei typische Reaktionen: 1. Der Vermieter sagt, der Mieter habe Schuld. 2. Der Vermieter lässt den Schimmelschaden beseitigen oder 3. Keine Antwort.

Mieter hätten bei starken Beeinträchtigungen die Möglichkeit, die Miete zu mindern, sagt die Borkener Anwältin. Sei zum Beispiel bei einer Vier-Zimmer-Wohnung eines nicht bewohnbar, könne die Miete um 25 Prozent gekürzt werden. Das sei jedoch nur eine Beispiellrechnung, es komme auf den Einzelfall an.

Auf der anderen Seite beim Schimmelstreit steht Marek Illian, stellvertretender Vorsitzender von Haus und Grund in Homberg. Er rate seinen Mitgliedern ab, es auf einen Prozess ankommen zu lassen. Das finanzielle Risiko sei zu hoch.

„Es kann wirtschaftlich vernünftiger sein, dass man sich einigt“, sagt Illian, der Rechtsanwalt in Wabern-Falkenberg ist. Er empfiehlt eine Schiedsgutachten-Vereinbarung. In einem solchen Fall wird ein öffentlich bestellter und vereidigter Gutachter beauftragt, den Schimmelschaden zu untersuchen. Die Parteien einigen sich, dass der Verursacher den Schaden sowie auch das Gutachten bezahlt.

Illian vermutet, dass der Mieterbund von diesem Verfahren abrate und Prozesse bevorzuge. Dagmar Neupärtl bestreitet das. Allerdings hätten viele Mieter Angst vor hohen Kosten, die auf sie zukommen könnten. Grundsätzlich sei eine außergerichtliche Einigung besser. Eine Schätzung Illians wies Neupärtl jedoch entschieden zurück: Er hatte gesagt, in 90 Prozent der Schimmelfälle seien die Mieter schuld. HINTERGRUND, ZUM TAGE

Von Olaf Dellit

Quelle: HNA

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