Schlacht aus 3000 Teilen: Intarsienbild erinnert an Auseinandersetzung bei Fritzlar

1300 Arbeitsstunden hat der Fritzlarer Künstler Johann Steffen in dieses Werk gesteckt: Das Intarsienbild besteht aus drei Teilen. In der Mitte zeigt es eine Kampfszene zwischen Franken und Sachsen im Jahr 773. Foto: Laumann

Fritzlar. Johann Steffen ist so etwas wie ein Meister des Puzzles. In 1300 Arbeitsstunden hat der Fritzlarer Künstler ein dreiteiliges Intarsien-Bild gefertigt.

3000 Holzstücke hat er zugeschnitten und zusammengefügt. Das Motiv erinnert an die Schlacht zwischen Franken und Sachsen im Jahr 773. Der Überlieferung nach haben sich beide Gruppen vor der Büraburg bekämpft.

Die Geschichte

„Die Auseinandersetzung ist die erste schriftliche Überlieferung eines weltlichen Ereignisses im Raum Fritzlar“, sagt Dr. Johann-Henrich Schotten vom Museumsverein. Die Sachsen hätten damals das Gebiet erobert, die fränkischen Einwohner flohen auf die Büraburg. Sie stürmten später aus der Burg und schlugen die Sachsen zurück. Diese Szenen wollte der Fritzlarer Künstler in einem Intarsien-Bild darstellen.

Das Kunstwerk

Das Bild ist im Stil eines Triptychons gehalten. Es besteht aus drei Teilen. In der Mitte ist die Auseinandersetzung zwischen Franken und Sachsen dargestellt. Ungezählte Menschen sind mit Schwertern und Schildern bewaffnet. Einige liegen am Boden, andere kämpfen oder rüsten sich für den Angriff. Es ist eine große, auf den ersten Blick unübersichtliche Szene, die Johann Steffen zeigt.

Ruhiger sind die beiden anderen Teile gestaltet. Sie zeigen Landschaftsaufnahmen und sollten laut Steffen dekorativ sein. Auf der linken Seite erinnert der Fritzlarer an die Büraburg. Bei der Darstellung hat er sich an einem Holzschnitt von Wiegand Gerstenberg aus dem Jahr 1500 orientiert.

Die Arbeit

Der 75-jährige Steffen hat in Fritzlar schon viele Spuren seines künstlerischen Schaffens hinterlassen. So hat er beispielsweise in den vergangenen Jahren zahlreiche Möbel für das Regionalmuseum im Hochzeitshaus restauriert. Steffen arbeitet vor allem mit Holz, aber auch der Malerei fühlt er sich verbunden. Das Intarsien-Bild gehört zu seinen umfangreichsten Arbeiten. Er hat dort „alle möglichen Holzarten“ zusammengefügt. Ein Teil hat seine natürliche Farbe behalten, ein Teil wurde gebeizt. Steffen hatte sich ganz in seine Arbeit vertieft. „Ich war gedanklich mitten in der Szene“, beschreibt er. Immer wieder hat er mit Freunden, Familie und Schotten diskutiert. Immer wieder hat er Ideen verworfen und die Teile neu zusammengesetzt. „Die Darstellung sollte dynamisch sein“, erklärt der Künstler seine Idee dahinter.

Die Ausstellung

Passend zum Kaiserfest am kommenden Wochenende ist das Werk fertig. Vorerst wird es jedoch nicht öffentlich zu sehen sein. Steffen und Schotten suchen noch nach einem geeigneten Ausstellungsort. Steffen hat auch schon eine Idee: Ihm schwebt der Graue Turm vor. „Dort fehlt so etwas noch“, sagt er.

Quelle: HNA

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