Provokation und Ohrfeigen: Jugendliche wurden auf dem Heimweg angegriffen

Schläge im Morgengrauen: Verfahren gegen 23-Jährigen eingestellt

Schwalmstadt. Ein 23-Jähriger aus dem Altkreis Ziegenhain stand am Donnerstag vor dem Amtsgericht in Treysa: Ihm wurde vorgeworfen, zusammen mit weiteren jungen Leuten eine Gruppe Jugendlicher aus dem Schwalm-Eder-Kreis provoziert und angegriffen zu haben.

Nach Zeugenaussagen hatte er dabei einen Jugendlichen ins Gesicht geschlagen und verletzt.

Die Tat ereignete sich in den frühen Morgenstunden des 15. Januars 2011. Nach dem Besuch einer Schwalmstädter Diskothek machte sich die Gruppe Jugendlicher aus dem Schwalm-Eder-Kreis auf den Weg Richtung Bahnhof Treysa. Auf dem Bahnhofsgelände angelangt, wurden sie von einer Gruppe Jugendlicher aus dem Altkreis Ziegenhain angesprochen, provoziert und auf dem Weg zu den Bahngleisen verfolgt. Ein 17-Jähriger und ein 19-Jähriger wurden von mehreren Angreifern geohrfeigt. Die Täter ließen von ihren Opfern ab, als der 17-Jährige aus der Nase blutete.

Unter den Verfolgern und Schlägern befand sich nach Aussage der Zeugen auch der Angeklagte.

„Ich sehe es nicht ein, für etwas bestraft zu werden, was ich nicht getan habe“ sagte der 23-Jährige immer wieder. Bis zuletzt beteuerte er, keinen der Jugendlichen geschlagen zu haben. Dass er getrunken hatte räumte er aber ein, die Provokation gab er zu.

Der 17-Jährige, der den Angeklagten bei seiner Aussage vor der Polizei belastet hatte, konnte vor Gericht keine Angaben zu den Tätern machen. Er sagte aus, fünf bis sechs Schläge mit der Hand ins Gesicht bekommen zu haben. Dabei sei ihm schwarz vor Augen geworden und seine Nase habe geblutet. Auch habe er ein blaues Auge davongetragen. Den ersten Angreifer habe er nicht erkannt.

Der 17-Jährige gab weiter an, sein 19-jähriger Freund, mit dem er sich am Bahngleis aufgehalten habe, habe ihm gesagt, der Angeklagte sei unter den Angreifern gewesen.

Sehr verunsichert zeigte sich das andere Opfer. Nach Angaben des 19-Jährigen war er selbst zweimal ins Gesicht geschlagen worden. Zunächst sagte er vor Gericht aus, der Angeklagte sei der erste gewesen, der seinen Freund geschlagen habe. Auch glaubte er, einmal vom 23-Jährigen geohrfeigt worden zu sein. Schließlich sagte er jedoch: „Ich bin mir nicht sicher. Ich weiß es nicht mehr genau.“

Bereits während seiner Aussage vor der Polizei war sich der 19-Jährige hinsichtlich der Beteiligung des Angeklagten an den Schlägen unsicher gewesen. Ein weiterer Freund sei auf die Gleise gestoßen worden, ein vierter habe sich im Gebüsch versteckt, berichtete er vor Gericht.

Ein 17-Jähriger aus dem Altkreis bestätigte die Pöbeleien, sagte aber aus, er sei bei der Schlägerei nicht dabei gewesen. Auf die Aussage dreier weiterer Zeugen verzichtete das Gericht, da sie keine Angaben zur Tat machen konnten.

Aufgrund der Zeugenaussagen konnte dem Angeklagten keine Beteiligung an der Tat nachgewiesen werden, das Verfahren wurde eingestellt.

Quelle: HNA

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