Gefährliche Körperverletzung: Verhandlung vor dem Amtsgericht wird fortgesetzt

Schläge nach Zechtour: Verhandlung wegen gefährlicher Körperverletzung

Treysa. Wegen gefährlicher Körperverletzung und Beamtenbeleidigung musste sich am Mittwoch ein 21-Jähriger aus dem Altkreis Ziegenhain vor dem Amtsgericht in Treysa verantworten.

Dem Angeklagten wurde zur Last gelegt, einen Mann mit einem gezielten Schlag ins Genick zu Boden befördert und anschließend auf ihn eingetreten zu haben. Die Tat ereignete sich in einer Nacht im Juli in der Treysaer Bahnhofstraße.

Bei seiner Festnahme und der Blutentnahme im Krankenhaus hatte der alkoholisierte und aggressiv auftretende 21-Jährige vier Polizeibeamte als „Wichser“ und „Missgeburt“ beschimpft. Die Blutentnahme ergab 2,49 Promille.

Vor Gericht erzählte der Angeklagte, er sei in der besagten Nacht mit seinem Onkel in einer Treysaer Kneipe gewesen. Er gestand, die Polizeibeamten beleidigt zu haben. „Es tut mir auch leid“, beteuerte er.

Den Vorwurf der gefährlichen Körperverletzung wies er entschieden zurück. „Ich habe an dem Abend weder jemanden geschlagen noch verletzt“, erklärte er.

Der Geschädigte war nicht vor Gericht erschienen. Mehrere Versuche, ihn zu erreichen und als Zeuge vorzuladen, blieben erfolglos. „Da muss ihn die Polizei erst mal finden“, sagte der Richter und leitete ein Ermittlungsersuchen ein.

Gegenüber der Polizei hatte der Geschädigte erklärt, er sei in der Bahnhofstraße zwei Männern begegnet, von denen ihn einer attackiert und verletzt habe.

Später hatte der Mann den 21-Jährigen als seinen Angreifer identifiziert.

Der Onkel des Angeklagten berichtete, er habe sich bei der Stadtsparkasse von seinem Neffen getrennt und danach den verletzten Geschädigten auf der Treppe eines Modegeschäftes gesehen und ihn angesprochen, ob er ihm helfen könne.

„Das ist er, das ist er!“

Die Polizei sei vorbeigefahren, und der Geschädigte habe geschrien: „Das ist er, das ist er!“ Daraufhin habe die Polizei seinen Neffen festgenommen.

Seine Aussage stand im Widerspruch zu der der beiden Polizeibeamten, die den 21-Jährigen festgenommen hatten.

Sie erklärten, außer dem Geschädigten und dem Angeklagten keine weitere Person am Tatort gesehen zu haben.

Ohne die Aussage des Geschädigten konnte das Gericht kein Urteil fällen. Die Fortsetzung der Verhandlung wurde für den 23. November festgesetzt.

Quelle: HNA

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