Gewaltausbrüche: 26-Jähriger wurde zu einer Freiheitsstrafe auf Bewährung verurteilt

Schläge und Tritte gegen Schwester

Treysa. Weil er seine jüngere Schwester über Monate hin misshandelte, musste sich ein 26-Jähriger aus dem Altkreis Ziegenhain wegen gefährlicher Körperverletzung vor dem Amtsgericht in Treysa verantworten.

Dem 26-Jährigen wurde zur Last gelegt, seine 16-jährige Schwester von Dezember 2010 bis März 2011 mehrfach mit der Faust geschlagen und mit Schuhen mit Stahlkappen getreten zu haben.

Wegen Körperverletzung in fünf Fällen verurteilte das Gericht den bereits strafrechtlich in Erscheinung getretenen Mann zu einer sechsmonatigen Freiheitsstrafe. Diese ist zu zwei Jahren Bewährung ausgesetzt. Der 26-Jährige wird einem Bewährungshelfer unterstellt und muss ein Antiaggressionstraining absolvieren. Zudem trägt er die Verfahrenskosten.

Der 26-Jährige war zum Teil geständig. „Zwei, drei Sachen stimmen“, räumte er die Faustschläge ein. „Das mit den Stahlkappen kann nicht sein!“, wehrte er sich heftig gegen die Vorwürfe. Zu Hause trage er keine Arbeitsschuhe.

Auf die Frage des Richters nach dem Grund seiner Aggressivität antwortete er: „Ein oder zwei Mal die Woche kann das schon passieren. Es kommt schon mal vor, wenn ich gestresst bin und sie mich mit Fragen nervt.“

„Ein oder zwei Mal die Woche kann das schon passieren. Es kommt schon mal vor, wenn ich gestresst bin und sie mich mit Fragen nervt.“

Der Angeklagte

Die 16-Jährige machte vor Gericht einen verunsicherten Eindruck. Wie oft und in welchem Ausmaß sie das Opfer der Gewaltausbrüche ihres älteren Bruders gewesen worden war, vermochte sie nicht zu sagen. „Meistens hat er mir einen Schlag auf den Hinterkopf gegeben. Manchmal war es einfach so im Vorbeigehen. Warum, weiß ich nicht“, sagte sie. Auch habe er sie gegen Gesäß und Oberschenkel getreten. Ob er dabei Schuhe mit Stahlkappen getragen habe, wisse sie nicht mehr.

Die 16-Jährige hatte sich einer ehemaligen Lehrerin anvertraut. Die Lehrerin sagte aus, sie habe daraufhin die Schulleitung eingeschaltet und der Fall sei an die Polizei herangetragen worden.

Die 16-Jährige selbst hatte Anzeige gegen ihren Bruder erstattet und wurde daraufhin vorübergehend in einer Pflegefamilie untergebracht. Seitdem halte er sich zurück, berichtete sie.

„Er soll einfach bestraft werden, dass er sieht, dass er das nicht machen kann. Er ist mein Bruder. Ich hab ihn ja auch lieb“, sagte die 16-Jährige.

Gefühle und Aggressionen

Bestätigt wurden die Schläge durch die Aussagen der Mutter und der 24-jährigen Schwester. „Mein Bruder kann mit seinen Gefühlen und mit seiner Aggression nicht umgehen“, sagte die 24-Jährige.

Sie habe gesehen, wie er ihre jüngere Schwester geschlagen habe. Sie selbst sei früher von ihm geschlagen worden. Die Mutter habe er ebenfalls drangsaliert. Auch nach Gesprächen mit den Eltern habe der Bruder sein Verhalten nicht geändert.

Von Kerstin Heist

Quelle: HNA

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