Gefängnisstrafe für 33-Jährigen wurde vor dem Marburger Schöffengericht verringert

Schläge unter Drogeneinfluss

Marburg/Schwalmstadt. Sein umfassendes Geständnis in einer Berufungsverhandlung vor dem Marburger Schöffengericht hat einem 33-Jährigen zwei Monate Gefängnis erspart. Der Maurer war wegen gefährlicher Körperverletzung in der Hauptverhandlung im vergangenen Jahr im Treysaer Amtsgericht zu einem Jahr Gefängnis ohne Bewährung verurteilt worden. Diese verminderte das Marburger Gericht auf nunmehr zehn Monate.

Der Mann, der mehrfach vorbestraft und nach eigenen Angaben schwerstheroinabhängig ist, hatte im Dezember 2009 in Treysa zusammen mit einem ebenfalls im September 2010 vor dem Amtsgericht Mitangeklagten einen Streit mit einem Bekannten gehabt.

Als der Streit eskalierte, hatte der Mitangeklagte den Bekannten festgehalten – und der 33-jährige hatte auf den nun verteidigungsunfähigen Mann mit den Fäusten auf Brust und Kopf eingeschlagen, dass der Mann mehrere blutende Verletzungen erlitt.

Geständnis ohne Umschweife

Nachdem der Angeklagte in der Hauptverhandlung geleugnet hatte und aufgrund von Indizien verurteilt worden war, gestand er in der Berufungsverhandlung die Tat ohne Umschweife. Er habe die Tat nur wegen seiner Drogensucht und der damit verbundenen Probleme begangen. Derzeit befinde er sich in einer stationären Entzugstherapie und wolle endgültig von seiner Sucht loskommen, beteuerte der Mann. Allerdings hatte der Mann bereits in der Vergangenheit einmal mit einer Entzugstherapie abgebrochen.

In seiner Urteilsbegründung stellte Richter Wolf Winter fest, dass die Tat vor allem unter dem Suchtdruck begangen worden sei. Mit der Gefängnisstrafe und der Möglichkeit, im Gefängnis die begonnene Therapie fortzusetzen, wolle das Gericht dem Mann auch einen Weg aus der Abhängigkeit eröffnen. Eine Aussetzung der Strafe zur Bewährung kam für das Gericht auf Grund des langen Vorstrafenregisters nicht in Frage. Der Mann nahm das Urteil an.

Von Alfons Wieber

Quelle: HNA

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