Vorwurf der Körperverletzung: Verfahren gegen zwei ehemalige Türsteher eingestellt

Schlägerei in der Diskothek

Treysa. Wegen Körperverletzung mussten sich zwei ehemalige Sicherheitsleute einer Schwalmstädter Diskothek vor dem Strafrichter am Amtsgericht in Treysa verantworten.

Den beiden 30 und 27 Jahre alten Männern wurde zur Last gelegt, vor zwei Jahren einen 22-jährigen Gast geschlagen und getreten zu haben, so dass dieser Prellungen und eine Gehirnerschütterung davontrug. Verurteilt wurden die beiden Angeklagten nicht, das Gericht stellte das Verfahren ein.

„Wir haben ihm nichts getan“, sagte der jüngere der beiden Angeklagten. Gegen 23 Uhr habe ein Gast sich beschwert, der 22-Jährige belästige eine Gruppe behinderter Gäste. Sein ehemaliger Kollege habe daraufhin versucht, mit dem stark alkoholisierten Gast zu reden. Dieser sei völlig außer sich geraten.

Seine ehemaligen Kollegen und er hätten ihn aus der Disco bringen wollen. An der Kasse habe der 22-Jährige den Gast geschlagen. Daraufhin habe dieser überreagiert.

Er sei an besagtem Abend privat vor Ort gewesen und beim „Stress des 22-Jährigen mit den Behinderten“ als Vermittler hinzugezogen worden, erklärte der ältere der beiden Angeklagten. Der 22-Jährige habe sich verhalten wie ein tollwütiger Hund. Man habe mit ihm nicht reden können. Eine Ohrfeige gegen ihn räumte der Angeklagte ein. Zuvor sei er von ihm getreten worden. Der Angeklagte verwies darauf, dass der 22-Jährige wohl Kickboxer sei, als Kampfsportler aber offensichtlich über keine Disziplin verfüge.

16 Zeugen waren dabei

Insgesamt waren 17 Zeugen geladen. 16 von ihnen erschienen vor Gericht. Der Verhandlung fern blieb ein bereits wegen Körperverletzung verurteilter Zeuge, dessen Verfahren von dem der beiden Angeklagten abgetrennt worden war.

Angehört wurden zwei Zeugen: der 22-Jährige und ein Polizeibeamter, mit dem der 22-Jährige rund drei Stunden nach dem Vorfall auf der Dienststelle gesprochen hatte.

Der junge Mann habe sowohl nervlich als auch körperlich sehr mitgenommen gewirkt, sagte der Polizist. Deshalb habe er entschieden, er müsse ins Krankenhaus. Aufgrund des Alkoholkonsums des 22-Jährigen sei die Verständigung problematisch gewesen.

Eine Alkoholkontrolle ergab 2,77 Promille. Der 22-Jährige gab vor Gericht an, er könne sich an keine Belästigung seinerseits gegenüber Gästen erinnern. Auch erinnere er sich nicht an den jüngeren der beiden Angeklagten.

Nachdem der 22-Jährige zunächst davon überzeugt gewesen war, dass er vom 30-jährigen Angeklagten geschlagen und getreten worden sei, zeigte er sich bei Nachfragen zunehmend verunsichert und räumte Vermutungen seinerseits ein.

Er habe damals nicht mehr gewusst, wer Freund oder Feind gewesen sei.

Von Kerstin Heist

Quelle: HNA

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