Eine neue Informationstafel vermittelt Wissenswertes über die Burg Rodersen

Aus dem Schlaf erweckt

Wissenswertes: Eine jetzt installierte Hinweistafel informiert über die Geschichte der Burg Rodersen im Erpetal. Auf dem Foto (von links) Jakob Gruber, Heinrich Deuermeier, Uwe Barth, Bernhard Hablowetz, Jochen Dittmar und Richard Mangold. Foto:  zih

Wolfhagen. Im vergangenen Jahr wurde das Dornröschen-Dasein der im Erpetal zwischen Wolfhagen und Ehringen liegenden Burgruine Rodersen beendet. Mitarbeiter des Naturparks Habichtswald legten in Kooperation mit Hessen-Forst sowie dem Wolfhager Heimat- und Geschichtsverein das meterhoch überwucherte überwucherte archäologische Kleinod frei (wir berichteten).

Jetzt wurde dort für Wanderer und Spaziergänger eine Informationstafel installiert, die in Wort und Bild die Geschichte der Anlage widerspiegelt. Betextet hat die von der Hildegard-Blank-Stiftung finanzierte Maßnahme Bernd Klinkhardt.

Die Burgruine liegt an der Teilstrecke Nothfelden/Niederelsungen des neuen Wanderweges Wolfsfährte, der die Kernstadt mit all ihren Stadtteilen verbindet, wie ebenfalls die nur wenige 100 Meter entfernte einstige Stadt Landsberg. Auch hier will in nächster Zeit der Heimat- und Geschichtsverein eine Info-Tafel aufstellen.

Die Burg Rodersen wurde 1180 n. Chr. vom Grafen Albert I. von Everstein unter erzbischöflich mainzischer Lehenshoheit direkt an der damals waldeck-thüringischen Grenze gebaut. Als Afterlehen kam sie vermutlich in den Besitz der Familie von Gudenberg, die ihren angestammten Namen ablegte und sich nach der Burg benannte. Die Herren von Rodersen sind von 1240 bis 1482 urkundlich belegt.

Bis heute Ruine

Um 1231 gründete Landgraf Konrad von Thüringen die Stadt Wolfhagen. Als Gegenfeste ließ Graf Albert I. von Waldeck daraufhin die Stadt Landsberg errichten. Der Landgraf zerstörte bereits ein Jahr später Landsberg und auch Rodersen. In den folgenden Kämpfen zwischen Hessen und Mainz zerstörte zwischen 1261 und 1274 oder auch 1280 Landgraf Hermann I. von Hessen die Burg Rodersen endgültig. Sie blieb bis zum heutigen Tag Ruine. Die Herren von Rodersen wurden hessische Mannen in Wolfhagen.

Bei archäologischen Grabungen zwischen 1961 und 1972 wurden drei Bauabschnitte der Burg, Reste eines Wohnturmes sowie von Wohn- und Wirtschaftsgebäuden, Ringmauern und noch vorhandene Wälle und Gräben ermittelt. Teile der zerstörten Burg sind in der Westwand der evangelischen Pfarrkirche in Niederelsungen verbaut. (zih)

Quelle: HNA

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