Vorsätzliche Körperverletzung: 31-Jähriger muss eine Geldstrafe bezahlen

Schlag gegen Bekannten

Treysa. Wegen Nötigung und vorsätzlicher Körperverletzung musste sich gestern ein 31-Jähriger aus dem Vogelsbergkreis vor dem Amtsgericht in Treysa verantworten. Ihm wurde zur Last gelegt, unter Ausübung von Gewalt Schulden bei einem 36-jährigen Bekannten aus dem Altkreis Ziegenhain eingefordert zu haben.

Im Dezember 2010 waren sich die beiden Männer vor einem Supermarkt in Neukirchen begegnet, es kam zum Streit. Gegenüber der Polizei beschuldigte der 36-jährige Geschädigte den Angeklagten später, er habe ihn geschlagen und getreten, weil er ihm die geforderte Summe von 10 Euro nicht habe zahlen können. Das Geld hatte sich der 36-Jährige von der ehemaligen Lebensgefährtin des Angeklagten geliehen.

Der Vorwurf der Nötigung bestätigte sich nicht. Wegen vorsätzlicher Körperverletzung verurteilte das Gericht den 31-Jährigen aber zu einer Geldstrafe von 750 Euro. Zudem trägt er die Kosten des Verfahrens.

„Das mit der Körperverletzung gebe ich zu. Das war dumm. Ich hätte anders handeln müssen“, räumte der Mann aus dem Vogelsberg seine Schuld ein. „Getreten habe ich ihn aber nicht, sondern auf die Brust geschlagen“, gab er weiter an. Er habe ihn auch ins Gesicht schlagen wollen, dieses jedoch nicht getroffen. Der 36-Jährige sei ausgerutscht und hingefallen.

Der Angeklagte gab zu, den Geschädigten auf seine Schulden angesprochen zu haben. Auslöser der Handgreiflichkeiten seien allerdings die andauernden Belästigungen des zum damaligen Zeitpunkt drogenabhängigen Bekannten gegenüber seiner Familie gewesen. Immer wieder habe er seine Kinder in der Stadt angesprochen und die Familie mit Telefonanrufen belästigt. „Ich wollte nur meine Familie schützen“, erklärte der Angeklagte.

Der 36-Jährige habe ihn geschubst, nachdem er ihn aufgefordert habe, seine Familie in Ruhe zu lassen. „Mir ist der Kragen geplatzt“, erklärte der Angeklagte.

Der 36-Jährige erschien vor Gericht in Begleitung seiner Betreuerin. Mit Rücksicht auf seine Person fand ein Teil der Verhandlung unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt.

„Ich habe der damaligen Freundin des Angeklagten zehn Euro geschuldet“, berichtete der 36-Jährige. Nachdem er dem Angeklagten gesagt habe, er könne ihm das Geld nicht geben, habe dieser ihn in den Bauch und ins Gesicht geschlagen. Er sei hingefallen und habe Tritte gespürt.

Gegenüber der Polizei hatte der 36-Jährige unterschiedliche Angaben zur Tat gemacht. Vor Gericht gab er an, nicht zu wissen, wer ihn getreten hat. Drei Tage nach dem Vorfall hatte er einen Arzt aufgesucht. Ein Attest bescheinigte eine Augenverletzung, lieferte jedoch keinerlei Hinweise auf Tritte.

Die Augenverletzung könne er sich auch zu einem späteren Zeitpunkt zugezogen haben gaben Staatsanwalt und Richter zu bedenken.

Von einer 48-jährigen Zeugin aus dem Supermarkt war der Angeklagte nicht als Täter identifiziert worden.

Von Kerstin Heist

Quelle: HNA

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