Amtsgericht: 27-Jähriger folgte einer Gruppe und ohrfeigte eine Jugendliche

Schlag nach gestörter Ruhe

Treysa. Wegen vorsätzlicher Körperverletzung musste sich ein 27-Jähriger aus dem Altkreis Ziegenhain vor dem Amtsgericht in Treysa verantworten. Dem Angeklagten wurde zur Last gelegt, eine Jugendliche geohrfeigt zu haben. Das Gericht verurteilte den Mann zu einer Geldstrafe von 1250 Euro. Zudem trägt er die Kosten der Verhandlung.

Anfang September 2010 war es kurz nach Mitternacht zu einer Auseinandersetzung gekommen. Der 27-Jährige hatte sich von seinem Schlafzimmerfenster aus mit den sechs Jugendlichen angelegt, weil er sich in seiner Nachtruhe gestört fühlte.

Durch den Lärm vor seinem Haus sei zunächst seine schwangere Frau gestört worden, berichtete der Angeklagte. Sie sei am Fenster von dem einzigen männlichen Jugendlichen der Gruppe beleidigt worden.

„Du Schlampe hast gar nichts zu sagen!“, soll der 19-Jährige nach Aussage des Angeklagten der Frau zugerufen haben. Er selbst habe die Jugendlichen aufgefordert zu gehen, darauf sei der 19-Jährige erneut frech geworden. Daraufhin sei er nach draußen geeilt.

Der Angeklagte gab zu, den Jugendlichen mit seinem Auto gefolgt zu sein, um sie zur Rede zu stellen. Auch habe er seine Frau mitgenommen. „Das war ein Fehler“, räumte er ein. Die Anschuldigung, er habe dann eines der Mädchen der Gruppe geohrfeigt, wies er zurück. Er habe die 17-Jährige nur an der Schulter weggeschubst, nachdem sie auf die Scheibe seines Autos gespuckt habe.

Ganz anders stellte sich die Geschichte aus der Sicht der 17-jährigen Geschädigten dar. Der 27-Jährige habe sie und ihre Freunde beschimpft, als sie sich auf dem Heimweg befanden.

Schutz für die Schwester

Er sei ihnen halb bekleidet im Auto gefolgt und habe zunächst ihren Freund, dann ihre jüngere Schwester attackieren wollen. Diese habe nur so getan, als wolle sie sein Auto bespucken. Die Geschädigte gab an, sie habe ihre Schwester beschützen wollen und sei dabei vom Angeklagten geohrfeigt worden. „Das war, glaube ich, mit der flachen Hand, aber mit Schwung. Ich bin richtig zur Seite geflogen“, sagte sie.

Aussagen deckten sich

Die Aussagen der 16-jährigen Schwester der Geschädigten, des 19-Jährigen und der drei weiteren Jugendlichen deckten sich mit den Angaben der 17-Jährigen. Im Gegensatz dazu stand die Aussage der Ehefrau des Angeklagten, die dessen Angaben bestätigte, vom Gericht aber für unglaubwürdig befunden wurde.

Von den Jugendlichen war die Frau des Angeklagten weder am Schlafzimmerfenster noch im Auto bemerkt worden.

Von Kerstin Heist

Quelle: HNA

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