Ein verregneter Frühling hat vielen Königinnen in ihren Erdlöchern das Leben gekostet

Harter Winter kostete vielen Wespenköniginnen das Leben

Carsten Roß

Wolfhager Land. In diesem Jahr gibt es weniger Wespen. Schuld daran ist der relativ harte Winter und der verregnete Frühling.

Das vermutet zumindest Carsten Roß. Er ist Schädlingsbekämpfer in Kassel und musste diesen Sommer kaum ausrücken, um Wespennester zu bekämpfen.

„Weil es wenig Schnee gab, der den Boden hätte isolieren können, und es zeitgleich ziemlich kalt im vergangenen Winter war, konnte die Erde gut durchfrieren“, erklärt Roß. Schlechte Bedingungen also für die Wespenköniginnen, die in ihren Erdlöchern überwintern wollten. Der große Regen im Frühling gab vielen den Rest.

Der Eindruck, in diesem Jahr gäbe es weniger Wespen, hätte auch was mit der Insektenpopulation in 2011 zu tun. „Da war es früh sehr warm, die Bedingungen für Wespen waren nicht schlecht. Somit gab es extrem viele der Tiere “, sagt der Experte.

Hat das Fehlen der schwarz-gelben Insekten große Auswirkungen auf unser Ökosystem? „Nein“, sagt Carsten Roß. Auch wenn Wespen sich gern von Mücken ernährten, müsste man jetzt keine Angst haben, dass die Anzahl der Beutetiere explodiere. „Es gibt genügend Schwalben, die den Job übernehmen.“

Besser als die Wespen seien beispielsweise die Ameisen durch das Jahr 2012 gekommen. Ein Ameisenvolk kann alt werden, während eine Wespenfamilie nur ein Jahr lang lebt. „Ameisen können Erfahrung sammeln und so auch härtere Winter gut überstehen.“

Von Juri Auel

Quelle: HNA

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