Schließung der DGHs brachte nichts: Dorftreffpunkte sind im Winter wieder offen

Borken. Die Winterschließung der vergangenen zwei Jahre hat sich finanziell nicht gelohnt: Die Borkener Dorfgemeinschaftshäuser bleiben deshalb auch in den nächsten Monaten geöffnet.

Einwohner und Vereine können die Treffpunkte damit auch in der kalten Jahreszeit weiter nutzen, teilt FWG-Fraktionsvorsitzender Rüdiger Staffel mit.

Grund für die neue Regelung ist die Erkenntnis, dass die Stadt Borken mit der Schließung weder Kosten noch Energie gespart habe, sagt Rüdiger Staffel. Weiter: „Die Energiekosten aus dem vorigen Winter, in dem die Häuser dicht waren, waren höher als in den Wintern, in denen sie genutzt wurden.“

Büroleiter Jürgen Meyer bestätigt das. Die Stadt habe als Rettungsschirm-Kommune mit der Schließung der DGHs Geld sparen wollen, dieses Ziel aber nicht erreicht. Grund dafür sei gewesen, dass sie nicht konsequent geschlossen waren, sondern sporadisch geöffnet wurden. „Viele Veranstaltungen waren langfristig geplant und konnten nicht abgesagt werden,“ sagt Meyer.

Das sei aber mit einem enormen Energieaufwand verbunden gewesen: Es habe dann immer viel Geld und viel Zeit gekostet, das ausgekühlte Mauerwerk wieder auf Raumtemperatur zu bringen. „Der Energiekostenbedarf ist bei regelmäßiger Nutzung deutlich niedriger“, so das Fazit der FWG.

Mit einer solch regelmäßigen Nutzung und vor allem Beheizung werde auch ein unangenehmer und kostenintensiver Nebeneffekt vermieden: Im Nassenerfurther DGH habe sich beispielsweise an manchen Stellen Schimmel gebildet, so Rüdiger Staffel.

Einen Zusammenhang zwischen der Schließung und dem Schimmelbefall will Büroleiter Jürgen Meyer so nicht herstellen, auch wenn viele Häuser schlecht isoliert seien. Jetzt gelte es, die Gebühren anzupassen und die Nutzung zu optimieren: Die Stadt Borken will weiter Kosten minimieren. Deshalb sollen künftig die Nutzer und Einwohner stärker eingebunden werden.

Stadt Borken hat 15 Gemeinschaftshäuser

14 Dorfgemeinschaftshäuser gibt es in Borken, mit dem Bürgerhaus sind es 15. Doch obwohl die Stadt unter dem finanziellen Schutzschirm steht und auf jeden Euro angewiesen ist, sei eine Schließung nie Thema gewesen, sagt Büroleiter Meyer: „Die Politik hat es sich auf die Fahne geschrieben, dass jedes Dorf einen Treffpunkt hat. Eine Schließung wäre letztes Mittel.“

Ein weiteres Mittel soll die stärkere Einbindung der Nutzer sein. Um Geld zu sparen, sollen sich die Einwohner künftig mehr einbringen, die Häuser häufiger selbst verwalten, pflegen und putzen. Die höheren Energiekosten im Winter sollen künftig auf die Vereine und Nutzer umgelegt werden. (bra)

Quelle: HNA

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