Schließung Grundschule Ippinghausen: Landkreis für Diskussionen offen

Leere auf dem Gelände wird demnächst Dauerzustand sein: Bald bleiben die Türen der Ippinghäuser Grundschule für immer geschlossen. Foto: Uminski

Wolfhagen. Bei einer Infoveranstaltung in Ippinghausen zur geplanten Schließung der Grundschule sind sich Landkreis, Schulamt und Eltern näher gekommen. Man ist für Gespräche offen. In vier Wochen wolle man sich erneut treffen.

Allerdings im kleineren Kreis. 70 Ippinghäuser und Bründerser Eltern und Interessierte waren da. Ferner waren Landrat Uwe Schmidt, Schulamtsleiter Ralf Franke, Schulamtsdirektor Michael Scholz und Bürgermeister Reinhard Schaake anwesend.

„Wir wollen in jeder politischen Gemeinde einen Schulstandort erhalten“, sagt Landrat Uwe Schmidt. Besonders kleine Schulen wie die Grundschule in Ippinghausen haben es bei den Schülerzahlen nicht leicht. „Die Situation für den Standort Ippinghausen ist sehr ernst.“ Die Dreizehn ist entscheidend. „Bei weniger als 13 Schülern werden keine Lehrkräfte zugewiesen“, sagt der Landrat. Eine Klasse kann nicht gebildet werden. „Die Schule orientiert sich knapp an der Zahl 13“, sagt Schmidt. Trotz des Kombi-Unterricht, bei dem die Klassen eins und zwei sowie drei und vier gemeinsam unterrichtet werden.

Schließung der Grundschule sorgt für Zündstoff: (von links) Marco Seumer von der Elterninitiative, Mitarbeiterin des Fachbereichs Schulen- und Bauwesen Nadine Koch, Leiter des Fachbereichs Schulen- und Bauwesen des Landkreises Kassel Ralf Franke, Landrat Uwe Schmidt, Schulamtsdirektor Michael Scholz und Bürgermeister Reinhard Schaake.

Elterninitiative und Elternbeirat der Schule fordern eine Veränderung der Schulbezirksgrenzen. Damit könnten Bründerser Schüler in die Schule nach Ippinghausen gehen. Bisher ist das nicht möglich. „Die Kindergartenkinder aus Bründersen kommen auch nach Ippinghausen“, sagt Herta Lötzerich, Vorsitzende des Elternbeirates.

„Wir wollen nicht zu Ungunsten eines anderen Schulstandortes die Schulbezirksgrenzen ändern“, betont Schmidt, der keine andere Schule gefährden will. Wenn Schüler aus Bründersen nach Ippinghausen abgezogen werden, könne man nicht abschätzen, welche Folgen dies für die Schule in Wenigenhasungen habe.

Auch Schulamtsdirektor Michael Scholz geht auf die außergewöhnliche Situation an der Grundschule ein. „Der Kombi-Unterricht bedeutet für die Lehrkräfte eine zusätzliche Belastung.“

Bürgermeister Reinhard Schaake setzt sich für den Erhalt der Ippinghäuser Schule ein. „In einer Resolution fordert die Stadtverordnetenversammlung den Landkreis Kassel als zuständigen Schulträger zur Anpassung der Schulentwicklungsplanung auf.“. Darüber hinaus sei der Fahrweg zwischen Bründersen und Ippinghausen wesentlich kürzer als zwischen Bründersen und Wenigenhasungen.

Die Eltern interessierten sich für die Veränderung der Schulbezirksgrenzen und die Aufteilung der Kinder auf die umliegenden Schulen bei einer endgültigen Schließung. Dabei ging es auch um die langfristigen Folgen der Schulschließung für Ippinghausen. Am Ende der Infoveranstaltung wurden Landrat Uwe Schmidt 236 Unterschriften aus Bründersen und 580 aus Ippinghausen für den Erhalt der Schule überreicht.

Quelle: HNA

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