Schloss Spangenberg: Dachsanierung soll bis April 2017 abgeschlossen sein

Auf dem Dach: Auf diesem Foto ist zu erkennen, wie steil das Schlossdach ist. Im Bild Tomas Kopecky, der den Beruf des Dachdeckers lernt. Fotos: Feser (2), Aniol/nh (1)

Spangenberg. Nach Sturmschäden im Juli 2015 wird das Dach des Schlosses Spangenberg saniert. Fünf Dachdecker arbeiten an der neuen Optik: Statt der bisherigen roten Ziegeln bekommt das Schloss ein Dach aus blaugraum Naturschieferstein.

Ihre Arbeit eignet sich für ein Daumenkino: Fünf Dachdecker hämmern sich täglich übers Spangenberger Schlossdach, jeden Tag ein Stückchen weiter. Noch in dieser Woche soll die Südseite, also die Seite zur Stadt, fertig werden. Spätestens dann müssen sich die Spangenberger an die neue Optik ihres Schlosses gewöhnen, denn statt roten Ziegeln gibt es graublauen Schiefer. Damit wird der Zustand wiederhergestellt, der auf historischen Karten und Zeichnungen zu sehen ist.

Spanien auf dem Dach

Damit wird’s spanisch auf dem Schloss, denn der Naturschiefer wurde übertage in Spanien abgebaut. Der spanische Naturschiefer ist ein Sedimentgestein, das bis zu 65 Millionen Jahre alt ist. Der Stein ist heller als zum Beispiel Moselschiefer, klingt beim Draufklopfen heller und ist durch seine glattere Struktur wetterbeständiger. Er kommt in altdeutscher Deckung aufs Dach. Das bedeutet, dass die Steine nach oben hin immer etwas kleiner werden. An der Traufe wird mit den größten Steinen begonnen, weil dort der größte Wassereinfall ist.

Dreifache Probe

Die Dachdecker prüfen jeden Stein drei Mal: mit einer Sichtprobe, einer Klangprobe und beim Behauen des Schiefers, damit nur die besten Steine aufs Dach kommen. Dazu benutzen die Dachdecker einen Schieferhammer, mit dem sie den Stein behauen und anhämmern können.

Wasserdicht sind die Natursteine zwar nicht, aber „prinzipiell regensicher“, sagt Dachdeckermeister Christopher Aniol, der auf Schieferdächer spezialisiert ist. Im Gegensatz zu eingehängten Ziegeln bieten Schieferdächer dem Wind keine Angriffsfläche.

Dach schüsselt

Es ist ein schwieriges Projekt, denn das Dach ist konkav, also in sich gewölbt. Die fünf Dachdecker aus dem Sauerland beschreiben das so: „Das Dach schüsselt sich.“ Damit die Eindeckung gleichmäßig ist, müssen die Linien, die die Schiefersteine auf dem Dach bilden, immer gerade sein.

Beruf mit bester Aussicht

Mit Schieferdächern an kniffligen Orten kennt sich die Firma aus: Vor Jahren arbeiteten die Dachdecker an der Felsburg in Felsberg, wo das Baumaterial per Hubschrauber zur Baustelle geliefert werden musste.

Die Baustelle in Spangenberg ist ein Arbeitsplatz mit grandioser Aussicht. Dafür haben die Dachdecker jedoch wenig Muße, weil sie sich am rund 60 Grad steilen Dach auf die Arbeit konzentrieren müssen. Hinzu kommt die Hitze: Bei 25 Grad Außentemperatur und Sonnenschein flirrt die Luft über den Schiefersteinen, die bis zu 70 Grad heiß werden können.

Quelle: HNA

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