Jetzt wird ein Pächter gesucht

Schloss Spangenberg: Land investiert 2 Millionen Euro in Gaststätte

Schloss Spangenberg

Spangenberg. Das ist eine echte Überraschung: Spätestens im nächsten Sommer soll die Gaststätte im Spangenberger Schloss eröffnet werden. Nach jahrelangem Leerstand soll also schon bald über den Dächern von Spangenberg ein neuer Treffpunkt entstehen.

Das ermöglicht das neue Konzept, das Vertreter des Hessischen Immobilienmanagements (HI) gestern der HNA vorstellten. Das sieht vor, dass das Land Hessen als Eigentümer zwei Millionen Euro in die Hand nimmt, um das Lokal komplett zu sanieren und auf den neuesten Stand zu bringen. Gleichzeitig, kündigten Ulrich Kist und Christian Tietz vom HI an, werde nun auch ein solider Pächter mit gastronomischer Erfahrung gesucht.

„Wir stehen damit vor einem Neubeginn“, sagte Ulrich Kist bei der Vorstellung des neuen Konzepts. Vier Jahre lang hatte das Land darauf gesetzt, dass es einen finanzstarken Partner sowohl für das Hotel als auch für die Gastronomie finden würde. Doch alle Verhandlungen scheiterten – manche erst kurz vor Vertragsunterzeichnungen.

Lesen Sie auch

- Was wird aus Schloss Spangenberg?

- Land will in den Betrieb im Schloss Spangenberg investieren

Nun hat das Land als Eigentümer eigene Pläne: Die konzentrieren sich allerdings nicht auf das Hotel, sondern auf den Ausbau der Gaststätte. Ein Küchenanbau, der nicht zum denkmalgeschützten Ensemble gehört, soll abgerissen, der Terrassenbereich damit vergrößert werden. Zudem soll der Rittersaal mit einem Aufzug versehen und damit barrierefrei gestaltet werden. Auch das Pförtnerhaus soll künftig für kleinere Veranstaltungen zur Verfügung stehen. Das Schloss biete großes Potenzial, um wieder zu einem Magneten in Spangenberg werden, sagten Tietz und Kist gestern der HNA.

Aktualisiert um 18.30 Uhr

Doch allerdings muss es in dieser Magnetkraft künftig auf das Hotel verzichten: Mehr als zwei Millionen Euro könne das Land nicht investieren, sagte Kist. Diese Summe reiche aber keinesfalls aus, um zugleich auch das Hotel im Schloss zu modernisieren. Dessen 28 Zimmer seien zwar bewohnbar, ihr Ambiente versprühe aber den Charme der 70er-Jahre. Damit entsprächen sie nicht den heutigen Ansprüchen. Eine Komplettsanierung würde das Land zwischen 4,5 und 5 Millionen Euro kosten – eine Summe, die ihm nicht zur Verfügung stehe. Die Sanierung des Lokals sei aber auf jeden Fall ein erster wichtiger Schritt zur Belebung. Ob eine Hotelrenovierung als zweiter folge, wollten Tietz und Kist nicht ausschließen.

Am Donnerstagabend stellten sie die Pläne dem Spangenberger Magistrat in einer nichtöffentlichen Sitzung vor. Über dessen Reaktion berichten wir in der morgigen Ausgabe.

Von Claudia Brandau

Quelle: HNA

Kommentare