Pfarrer Dieter Otto schreibt seit 15 Jahren das Friddochsgemähre für die HNA-Leser

Hä schlubberd sich derch

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Da entsteht seit 15 Jahren das Friddochsgemähre: Pfarrer Dieter Otto aus Uttershausen an seinem Schreibtisch. Sein neuestes Buch heißt Pfarrer Ottos böse Geschichten. Den Erlös hat Otto der HNA-Aktion Advent gespendet.

Wabern. Samstags geht es los. Schon beim Frühstück spukt Pfarrer Dieter Otto die Frage durch den Kopf, über welches Thema er im nächsten Friddochsgemähre schreiben will. „Spätestens ab Sonntags simuliere ich als damit rum“, sagt der 68-jährige.

Und er „simuliert“ schon lange: Vor genau 15 Jahren erschien seine erste Freitags-Kolumne. Dabei hatte der Metzer Pfarrer eigentlich nur einen Leserbrief schreiben wollen. Denn Otto war wütend: Als er im März 1998 von Metze nach Besse radelte, sah er unterm schmelzenden Schnee überall Müll in den Gräben liegen.

Er empörte sich über die Gedankenlosigkeit der Menschen – und teilte seinen Groll der HNA mit. Allerdings nicht als Leserbrief, sondern als Geschichte im Waberner Platt: Die kam bei den Lesern so gut an, dass sie mehr verlangten.

Blick fürs Menschliche

Um die 700 Kolumnen sind in diesen 15 Jahren erschienen. Hatte er nie Angst, dass ihm nichts einfallen würde? „Ach, ich honn mich immer so derchgeschlubberd“, sagt der 68-Jährige. Dabei hielt ihm sein Blick fürs Alltäglich-Witzige, fürs Skurrile und Allzumenschliche. Otto hat eine starke Motivation, immer am Kolumnen-Ball zu bleiben: Er schreibt für all die, die beim Zeitunglesen auch mal schmunzeln oder gar laut lachen wollen. „Das Leben ist doch schon ernst genug: Da muss ich nicht auch noch als rumkneten.“

Aber nicht alle lachen über seine Geschichten: „Ich bin auch schon ins Fettnäpfchen getreten“, sagt er. Über Hunde und Katzen schreibt er heute nicht mehr. „Wenn’s um Haustiere geht, versteht nicht jeder Spaß.“ Spaß aber hatten die Leser immer, wenn es um „inses“ ging. „Inses“, das ist seine Tochter Katharina, die ihren Vater zu seinen lustigsten Kolumnen inspirierte.

Inses war der Renner

Überhaupt seien seine fünf Kinder eine unerschöpfliche Themenquelle, sagt der Pfarrer, der seit fünf Jahren im Ruhestand in Uttershausen lebt. Der Schritt ins neue Leben sei ihm nicht schwer gefallen: „Es war einfach die richtige Zeit dafür.“ Denn wenn er den handybegeisterten Konfirmanden erzählt habe, wie er als Kind mit dem Kuhgespann auf dem Feld war oder Rüben vereinzeln musste, hätten ihn die Jugendlichen meist nur stumm angestarrt. „Da honn alle gedocht: Hoffendlich äss d’r ahle Clobes nu bahle stille.“ Das denken die HNA-Leser wohl noch ganz lange nicht.

Von Claudia Brandau

Quelle: HNA

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