Schluss für ältesten MT-Fanclub: "RotWeiss" gibt es nicht mehr

Nach 22 Jahren hat er seinen Fanclub aufgelöst: Ralf Funtan in seinem Büro, von dem aus er Auswärtsfahrten und andere Clubveranstaltungen organisierte. Foto: Holscher

Melsungen. Der älteste Fanclub derMT Melsungen  ist Geschichte: Gründer Ralf Funtan hat ihn nach 22 Jahren aufgelöst. Im Büro von Ralf Funtan ist der Fanclub „RotWeiss“ der MT Melsungen noch lebendig: Auf dem Bildschirm seines Computers ist die Fanhomepage geöffnet, die Telefonliste mit den Kontakten der Mitglieder hängt an der Wand.

Im Schrank liegen die roten T-Shirts. Selbst neben der Haustür hängt noch ein Schild, das auf den Fanclub hinweist. Das Loslassen fällt ihm schwer. „Aber nach so vielen Jahren reicht es.“ Funtan, den alle Funti nennen, hat den Club kürzlich aufgelöst.

So richtig abgeschlossen hat der 61-jährige Funtan, der den Verein vor 22 Jahren gründete, aber noch nicht. „Ich lasse das Gästebuch auf der Homepage auch noch ein wenig offen“, sagt er.

Das Ende für sein Engagement hat mehrere Ursachen: Er wolle mehr Freizeit, sagte Funtan. Hinzu komme, dass der Nachwuchs fehle. Unstimmigkeiten mit anderen Fanclubs spielten auch eine Rolle. „Aber ich will keine schmutzige Wäsche waschen.“ Ein Grund sei auch die mangelnde Unterstützung durch die MT Melsungen selbst gewesen. „Die war nicht so da“, sagt Funtan. Es klingt nach Resignation, wenn Funtan über das Ende des Clubs spricht. An die Vergangenheit denkt er dagegen gerne: Der 61-Jährige schwärmt von den Auswärtsfahrten, den „Edelfans“, die den Verein unterstützten, als er nicht so gut dastand. „Wir sind auch in schlechten Zeiten dabei gewesen.“ 75 Personen gehörten zu Hochzeiten zu dem Verein, den Funtan zusammen mit Sven Breiter, heute Fanbeauftrager der Kassel Huskies Huskies, und Werner Groschek im Jahr 1992 gründete. „Aus Herzblut zum Verein“, wie Funtan sagt.

Seine Frau Heike hat ihn immer zu Spielen begleitet. Viele schöne Momente hat er mit den Handballern erlebt - wie das Final Four im DHB-Pokal 1996. „So schön wird es nie mehr sein“, sagt Funtan. Jetzt sei das Feuer etwas erloschen und er wolle seine Freizeit genießen.

„Das ist eine tolle Leistung, die Ralf Funtan geleistet hat“, sagt Axel Geerken, Geschäftsführer der MT Melsungen. Das sei keine Selbstverständlichkeit. Dass die Unterstützung in der letzten Zeit von Seiten des Fanclubs etwas nachließ, habe man registriert und das Gespräch gesucht. Die Kritik, dass der Verein den Fanclub zu wenig unterstützt habe, weist Geerken zurück. Wir wollen unsere Fans ja nicht kaufen“, sagt er. „Mangelnde Unterstützung kann ich nicht gelten lassen.“ Man behandele alle Fanclub gleich - egal wie lange jemand dabei ist.

Von Max Holscher

Quelle: HNA

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