Anderer Bewerber erhielt den Zuschlag

Schluss mit der Bratwurst: Kein Stellplatz in Frielendorf

Frielendorf. Der Imbiss- und der Getränkestand von Edda Wilhelm und ihrer Tochter Sylke Wölk waren eine Tradition auf dem Himmelfahrtsmarkt in Frielendorf. Damit ist jetzt Schluss.

Nach mehr als 50 Jahren wird die Familie von der Gemeinde dafür erstmals keinen Stellplatz mehr vor dem Gasthaus Zur Krone bekommen. Vier Generationen standen dort hinter der Theke, die Teilnahme am Himmelfahrtsmarkt war für die Familie ein Selbstverständnis - auch nachdem Sylke Wölk im Jahr 2012 das Gasthaus in der Frielendorfer Ortsmitte aufgab.

Das Warum für die Absage erschließt sich der Familie nicht. Wie üblich habe sie sich im Herbst bei der Gemeinde beworben und die Ausstattung wie Bierwagen und Würstchenbude bereits vorbestellt, erzählt die 46-jährige Tochter. Erst als sie von Bekannten erfuhr, dass die Gemeinde die Zusagen an die Marktbeschicker bereits erteilt habe, sei sie stutzig geworden. Mehrfach habe sie bei der Gemeinde angerufen, sagt Wölk. Eine Begründung für die Absage sei ihr nicht genannt worden. Man könne keine Auskunft geben, habe es geheißen. Erst in dieser Woche habe sie eine schriftliche Absage bekommen. Ein bisschen Hoffnung haben Mutter und Tochter noch, eventuell nachträglich mit ins Boot zu kommen.

„Wir müssen die Betriebe unterstützen, die in Frielendorf ein Gewerbe betreiben“, erklärt Bürgermeister Birger Fey. Das sei bei der Familie Wölk nicht mehr der Fall. Deshalb habe die Gemeinde einen anderen Bewerber bevorzugt. Vor dem Gasthaus Krone werde es auch in diesem Jahr beim Himmelfahrtsmarkt Essen und Trinken geben. Für diesen Gastronomen werde das eine Premiere sein. Mehr als 200 Marktbeschicker wollten laut Fey am Himmelfahrtsmarkt teilnehmen, 150 von ihnen erhielten den Zuschlag.

Auf Qualität und kundenfreundliche Preise habe die Familie gesetzt, erklärt Sylke Wölk. Am Anfang habe es Erbsensuppe gegeben, später dann Spießbraten und Bratwurst, erinnert sich ihre Mutter. Dass damit in diesem Jahr Schluss sein soll, macht die 75-Jährige fassungslos: „Ich werde mich nicht trauen, über den Markt zu gehen.“

Quelle: HNA

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