Schluss mit Kippen-Pause? Heimische Unternehmen sind eher liberal

Schwalm-Eder. Restaurants, Kneipen und auch viele Bahnhöfe sind schon rauchfrei. Jetzt wollen die Wirtschaftsverbände die Raucherpausen auch während der Arbeitszeit am liebsten abschaffen.

Denn die Raucherei kosteten die Unternehmen laut Bundesverband der mittelständischen Wirtschaft viel Geld. „Wir würden es bedauern, wenn ein neues Maß an gesetzlichen Regulierungen auf uns zu käme“, erklärte Hans-Richard Schneeweiß, Geschäftsführer der Edeka Handelsgesellschaft Hessenring.

Die Raucherpausen seien in ihrem Unternehmen nicht reglementiert, niemand müsse sich dafür extra ausstempeln, sagte Schneeweiß. „Wir sind da sehr moderat“, sagte der Geschäftsführer, der selbst Raucher ist.

Schließlich müsse jeder der über 2000 Mitarbeiter selbst wissen, was er mit seiner Gesundheit anstelle. Keinen Neuregelungsbedarf sieht auch Marcus Breitschwerdt, Unternehmenssprecher der Kreisparkasse Schwalm-Eder. „Wir haben keine explizite Regelung für die Raucher, bei uns funktioniert das sehr gut auf einer Vertrauensbasis“, sagte er.

Bei der B. Braun Melsungen AG herrscht grundsätzlich in allen Gebäuden ein Rauchverbot. Die Mitarbeiter können in ausgewiesenen Zonen rauchen, wie Dr. Bernadette Tillmanns-Estorf, Direktorin Unternehmenskommunikatio, erklärt. „Die Mitarbeiter dürfen in diesen Zonen rauchen, ohne sich ausstempeln zu müssen“, sagte die Direktorin.

Diese Lösung habe sich bewährt. „Wir gestehen unseren Mitarbeitern Eigenständigkeit zu und haben Vertrauen zu ihnen“, erklärt Tillmanns-Estorf. „Es muss ja auch keiner angeben, wie lange er zum Kaffee holen braucht“, sagt sie. Dieses Konzept werde auch vom Betriebsratsvorsitzenden Peter Hohmann unterstützt. Auch bei der Merkel Freudenberg Fluidtechnic GmbH in Schwalmstadt gibt es Raucherzonen. Daneben habe jeder Mitarbeiter Pausenzeit zur Verfügung, die er einteilen kann, sagte Pressesprecher Jens Zillmann.

Quelle: HNA

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