Fronleichnam-Prozession in Fritzlar 

Familie Orth schmückt seit 25 Jahren den Altar 

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Alles fertig: Die Familie Orth, von links Eva, Andreas, Elisabeth, Mutter Maria Orth und sowie Max und Peter Frost, schmückt zu Fronleichnam den Altar an der Allee.

Fritzlar. Sie ist die größte Prozession im Kirchenjahr der Fritzlarer Katholiken. 

An Fronleichnam folgen die Gläubigen der Monstranz, in der Brot als der gegenwärtige Leib Christi durch die Stadt getragen wird. Von Altar zu Altar bis zurück in den Dom.

Bevor diese Art der Glaubensdemonstration beginnt, haben viele Helfer einiges zu tun, denn die Altäre müssen vorbereitet und geschmückt werden. Seit inzwischen 25 Jahren ist das für den Altar in der Allee die Aufgabe der Familie Orth aus Fritzlar.

Mit allen Mitgliedern ist Maria Orth (77) am Fronleichnamstag selbst eine Stunde lang im Einsatz. Doch die Vorbereitungen beginnen bereits am Vortag. Da wird der Altar auf einem landwirtschaftlichen Anhänger aufgebaut, die Altarrückwand mit Stoff bezogen, eine von Margarete Schaberick aus frisch geschnittenen Buxbaum geflochte Girlande aufgehängt und die Seitenwände des Wagens mit frischen Birkenzweigen verkleidet. Der zum Altar umfunktionierte Wagen wird mit Teppichen ausgelegt, die mobile Treppe verladen.

Wenn der Fronleichnamstag beginnt, pflücken die Orths Blumen aus Feld und Garten, mit denen sie den Altar schmücken.

Der mobile Altar wurde inzwischen per Schlepper in der Allee in Stellung gebracht, die letzten Handgriffe sind schnell erledigt. Da müssen die Fahnenmasten aufgebaut, Kerzen in Position gebracht und ein letztes Mal die Teppiche abgesaugt werden. Die Requisiten samt Kreuz auf dem Altar sind samt und sonders Gegenstände der Familie Orth, die sie zum Teil selbst nutzen oder auch extra für das Fronleichnamsfest gelagert haben.

Blumen für die Helfer

Zuletzt nimmt Maria Orth alles genau in Augenschein, dann wird auf die Prozession gewartet. Nach zehn Minuten ist alles vorbei. Die letzten Prozessionsteilnehmer sind noch nicht in die Kasseler Straße eingebogen, da beginnt bereits der Rückbau. Die Blumen werden an Helfer verteilt und auf die Gräber der Familie gestellt.

Wie alles begann? Vor 25 Jahren fragte der damalige Dechant Monsignore Ludwig Vogel bei der Familie Orth an, ob sie sich nicht um den Altar in der Allee kümmern wollten. Diese Anfrage war eine große Ehre für die gläubige Familie.

Die Idee für den mobilen Altar hatte Marias Ehemann Josef Orth, der zusammen mit Oskar Anders sen. den Wagen umbaute. Bis zu seinem Tod 2001 war Josef Orth die treibende Kraft in Sachen Fronleichnam. Jetzt ist Sohn Andreas damit betraut, unter Regie seiner Mutter.

Quelle: HNA

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