Kirche in Heimarshausen hat Form eines Oktogons - Besonderheit in der Region

Schmuckstück mit acht Ecken

Achteckig: Die Dorfkirche in Heimarshausen ist als zentralbau mit Achteck als Grundriss einmalig in der Region. Fotos: Hoffmann

Heimarshausen. Rechteckig und nach vorne gebaut, mit Chor, Querhaus und Langhaus. Ein, manchmal auch zwei Türme sind Teil der Architektur traditioneller europäischer Kirchbauten, und nur wenige Ausnahmen brechen mit diesen Konventionen. Wie die Heimarshauser Dorfkirche, ein Schmuckstück mit acht Ecken.

Das kleine Gotteshaus ist lichtdurchflutet. Die rundherum angeordneten Fenster schenken Helligkeit, lassen das dominierende Blau von Säulen und Decke strahlen. Und doch wirkt der Raum nicht kalt, dazu trägt neben warmem Beige von Sitzpolstern und Wandfarbe insbesondere die Form des Raumes bei. Es ist das Oktogon, der Grundriss in Form eines regelmäßigen Achtecks, das diese besondere Atmosphäre schafft und gleichzeitig jeden Gottesdienst für Pfarrer Peter Waterkamp zur Herausforderung werden lässt.

Aus anderen Kirchen ist er es gewohnt, die Besucher im Altarsaal vor sich zu sehen. „In Heimarshausen muss ich, um alle Besucher einzubeziehen, auch permanent nach links und rechts gucken, fast wie beim Tennis“, sagt Waterkamp.

„Jeder bekommt immer alles mit.“

Peter Waterkamp Pfarrer

„Mittendrin, statt nur dabei“ nennt er es, und das gelte für ihn, wie für die Gemeinde. „Ob ein Besucher nun vorne oder hinten, links oder rechts sitzt – jeder bekommt immer alles mit.“

Der Grund, warum der Kasseler Architekt Daniel Engelhard die Kirche in Form eines Achtecks entworfen und als klassizistischen Sand-Bruchsteinbau von 1833 bis 1835 am Westrand des Dorfes bauen ließ, war aber wohl ein anderer.

„In der achteckigen Form liegt eine Symbolik“, weiß Pfarrer Waterkamp. „Die acht Ecken deuten auf die Windrose als Verdoppelung der vier Himmelsrichtungen hin, die in der Verbindung zum Taufbefel steht.“ Zudem stehe die Acht auch für die mit der Auferstehung Christi beginnende neue Schöpfung.

Pfarrer Waterkamp berichtet von Vermutungen, wonach die Kirche in Heimarshausen einem von Karl Friedrich Schinkel, Stararchitekt des 19. Jahrhunderts, entworfenem Bau im Saarland nachempfunden ist. Belege dafür gibt es aber nicht.

HINTERGRUND

Von Sascha Hoffmann

Quelle: HNA

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