Schmuggel: Amtsgericht verurteilte Gefangenen der Ziegenhainer JVA

Schwalmstadt. Sein Aufenthalt im Gefängnis wird verlängert: Ein Häftling der Ziegenhainer Justizvollzugsanstalt wurde vor dem Amtsgericht Schwalmstadt zu weiteren zwei Jahren Gefängnis verurteilt. Er musste sich vor Gericht wegen Handels mit Betäubungsmitteln verantworten.

Der 43-jährige verbüßt bereits seit zehn Jahren eine Haftstrafe - unter anderem wegen Kunstraubs. Im September 2008 hatte dem Angeklagten ein Mithäftling angeboten, sich an seinen Drogengeschäften zu beteiligen.

Der 43-Jährige soll über ein unerlaubtes Handy dafür gesorgt haben, dass in einem Geschäft in Frankfurt 400 Euro für die Freundin des 33-jährigen Mithäftlings hinterlegt wurden. Die Freundin kaufte mit diesem Geld 18 Gramm Heroin. Die Drogen schmuggelte sie ins Gefängnis, indem sie diese sich, in einem Kondom verpackt, vaginal einführte. Im Besucherraum des Gefängnisses habe die 42-Jährige, nachdem sie auf der Toilette die Drogen hervorgeholt hatte, das Päckchen an ihren Freund weiter gereicht.

Nach dem Tausch suchte der 33-Jährige die Zelle eines anderen Gefangenen auf, um sich dort einen Schuss zu setzen. Dabei verabreichte er sich eine Überdosis und brach zusammen. Der 33-Jährige wurde danach in die Kasseler Justizvollzugsanstalt verlegt. Zeugen aus dem Ziegenhainer Gefängnis zeichneten ein eigentlich positives Bild von dem Angeklagten: Er habe sich im Gefängnis weitergebildet und studiert.

Zum Zeitpunkt des Vorfalls wurde gerade geprüft, ob der Angeklagte Ende 2008 entlassen werden könnte. Zu seinem Mithäftling soll der 43-Jährige laut Zeugen den Kontakt vermieden haben, da er mit Drogen nichts zu tun haben wollte. Generell soll sich der Angeklagte größtenteils von den anderen Mitgefangenen abgekapselt haben. Dennoch sahen Richter und Staatsanwalt die Schuld des Angeklagten als erwiesen an, hauptsächlich durch die Aussagen seines 33-jährigen Mithäftlings und dessen Freundin.

Dazu kommen belastende Telefonaufzeichnungen, die den Angeklagten klar mit den Drogengeschäften in Verbindung bringen. Bei den Handygesprächen, die von Beamten der JVA überwacht worden sind, wurden weitere belastende Gesprächsinhalte aufgezeichnet. Der Angeklagte muss sowohl die Haftstrafe von zwei Jahren absitzen als auch die Gerichtskosten tragen. (nnx)

Quelle: HNA

Kommentare