Brasilianische Fußballer wohnen für eine Woche bei Familien in Guxhagen

+
Austausch über Sport und Kultur: Zehn Spieler und acht Begleiter vom Verein A.E. Madejam spielten in Guxhagen Fußball und besuchten unter anderem das Rathaus in Melsungen (Foto).

Guxhagen/Melsungen. Sie kommen aus dem südlichsten Teil Brasiliens und sind nach Guxhagen gekommen, um Fußball zu spielen: Zehn Spieler der Mannschaft A.E. Madejam mit ihrem Trainer und Begleitern leben seit einer Woche bei Gastfamilien im Kreisteil Melsungen.

Rein sportlich hat sich die weite Reise schon gelohnt: Die Kicker schlugen beim internationalen Kühlborn-Hyundai C-Jugend Hallenturnier in Guxhagen Mannschaften aus vielen Teilen Deutschlands und England und gewannen mit einem 3:0 das Finale.

„Es geht um Sport, um Kultur und um Freundschaft“

„Die Spieler haben sehr ausgelassen gefeiert, echt brasilianisch eben“, sagt Jacinto Klein, der die Mannschaft begleitet. Der Turniersieg war jedoch nicht der einzige Höhepunkt. „Die Spieler haben in Willingen eine Schneeballschlacht gemacht und waren Eislaufen – das kennen die Jungs nur sonst aus dem Fernsehen.“ Die Staumauer am Edersee, der Herkules in Kassel und die Melsunger Altstadt standen ebenfalls auf dem Reiseplan.

„Wir sind aber nicht einfach Touristen“, erklärt Klein. „Es geht um den Austausch über Sport und Kultur, es geht um Freundschaft.“ Freundschaft, die viele Familien schon seit Jahren verbindet. Bereits seit vier Jahren kommen Spieler der A.E. Madejam nach Guxhagen, Heinrique Rambo, den seine Mutter Sonia Heinrich ruft, ist zum zweiten Mal zu Besuch. „Wir werden hier sehr herzlich aufgenommen“, sagt Sonia Rambo begeistert.

Beeindruckt von Disziplin

Jair Ledur, Trainer der 13 und 14 Jahre alten Fußballer, ist besonders von der Disziplin und dem Mannschaftsgeist in Deutschland beeindruckt: „So intensiv als Team zu arbeiten und alles als Mannschaft anzugehen ist bei uns nicht selbstverständlich.“ Was ihm sonst in Deutschland gefalle? „Alles“, sagt Teamchef Ledur lachend.

Denn viele der Einwohner von Bom Principio, Heimatstadt von Madejam, haben Wurzeln in Deutschland und sprechen Deutsch – mit Dialekt. „Vor 200 Jahren kamen Deutsche aus dem Hunsrück nach Brasilien“, erklärt Klein. „Den Dialekt haben wir übernommen.“ Das Oktoberfest wird an Brasiliens Südspitze ebenfalls gefeiert.

Quelle: HNA

Kommentare