Weiße Pracht türmt sich an den Straßen und behindert Fußgänger und Autofahrer

Schneeberge in der Stadt

Bergeweise Schnee: Bernd Hocke schaufelt in der Unteren Straße in Naumburg die Schneemassen mit einem Klein-Bagger zur Seite. Weil es ihn ärgerte, vor dem Haus der Schwiegermutter keinen Platz mehr zum Parken zu finden, griff er kurzerhand zur Selbsthilfe. Foto: Norbert Müller

Wolfhager Land. Die Orte in der Region gleichen derzeit denen in Wintersportgebieten: Schneebedeckte Häuser, Wege und Straßen, Bäume, deren Äste und Zweige von der Schneelast niedergedrückt werden. Die winterliche Idylle hat aber auch ihre Nachteile: Verspätungen wegen glatter Straßen, Schneeschippen fast rund um die Uhr sind nur einige davon.

Vor allem Letzteres wird momentan zum echten Problem - vor allem für Hausbesitzer. Wohin mit den Schneemassen?, fragt man sich. Wenn kein Garten zum Abladen existiert, bekommen Fußgänger und Autofahrer die Auswirkungen zu spüren. Und so türmen sich die angehäuften Schneeberge an den Straßenrändern mancherorts fast meterhoch - Autos können so nicht auf Parkstreifen abgestellt werden, und auch für Füßgänger wird der Weg zum Supermarkt oft zum Slalomlauf.

Naumburg trägt Schnee ab

In Naumburg hat man das Problem erkannt und trägt die Schneeberge ab. „Erst vor Weihnachten haben wir den Schnee aus der Stadt weggefahren“, teilt Gerhard Frank, technischer Betriebsleiter des Bauhofs, auf HNA-Anfrage mit. Abtransportiert per Anhänger werde die weiße Pracht dann auf ebene Flächen wie Wiesen oder Felder abgeladen, die gut anzufahren sind. Gerade die zum Teil engen Straßenverhältnisse in Naumburgs Altstadt machen dieses Vorgehen notwendig. Anders sieht man das in Wolfhagen. „Sicher“, sagt Lars Eskuche, Leiter des technischen Außendienstes (Bauhof), „an manchen Stellen gibt es Einschränkungen.“ Abtransportiert werden soll der Schnee aber vorerst nicht. In den meisten Fällen sei es Aufgabe der Anlieger, den Schnee zu räumen - und zwar nicht auf die Straße, sondern auf das eigene Grundstück. Und wenn das nicht geht? Darauf hat Lars Eskuche keine Antwort. Auch in Breuna hat man noch nichts unternommen: „Wenn es aber weiter schneit, müssen wir uns etwas überlegen“, sagt Hauptamtsleiter Walter Schmand. Das Ganze sei aber eine Kostenfrage, da die Gemeinde den Schneeräumdienst an eine Privatfirma übergeben hat und selbst nur vor öffentlichen Gebäuden wie Schule, Kindergärten oder Verwaltung räumt. „Derzeit ist die Firma aber völlig ausgelastet und hat den ganzen Tag mit dem normalen Räumdienst zu tun“, sagt Schmand.

Von Vera Glass

Quelle: HNA

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