Sammler von Carrera-Bahnen aus ganz Deutschland trafen sich in Homberg

Homberg. „Ich habe meine Carrera-Bahn wieder gefunden. Ob die wohl noch funktioniert?“ Damit beginne die Leidenschaft häufig, erklärte Kurt Rzehulka aus Nürnberg. Sein Erklärungsversuch gilt dem Hobby, dass die Mitglieder der Interessengemeinschaft „Carrera Servo“ teilen.

Der 49-jährige Koch aus Nürnberg kennt sich aus mit der Ersatzteilsuche der Carrera-Begeisterten, er betrieb jahrelang einen Online-Shop für Zubehör. Denn, wer eine alte Carrera-Bahn auf dem Dachboden finde, stelle oft fest, dass die Reifen der Rennwagen altersbedingt zu hart oder die Schleifer durchgebrannt sind. Und da die Bahnen aus der Kinderzeit schon seit Jahrzehnten nicht mehr hergestellt werden, ist bei der Reparatur Kreativität gefragt.

„Servo-Michael“ Winterhagen (rechts oben) motzt seinen Rennwagen auf, dahinter Dietmar Hempel mit Sohn Eric (zwölf Jahre).

Über die Internet-Plattform „Servo-Forum“ kommen die Carrera-Bastler in Kontakt und tauschen sich aus. „Ich dachte immer, ich wäre einer von wenigen Verrückten“, scherzte Torsten Kurz, Postbeamter aus Neuwied. Aber dann habe er im Internetforum viele Gleichgesinnte getroffen. Bis zu 350 Leser und Nutzer vermutet Helmut Schieve aus Ahaus im Netz. Er entwickelte eine elektronisch voll gesteuerte Zeiterfassung für die Carrerabahn, mit der man echte Rennen simulieren kann. Per Laptop werden beispielsweise Frühstarter mit Zeitstrafen für Sekunden stillgelegt.

Seit dem Jahr 2004 treffen sich Fans der Carrera-Rennbahn aus ganz Deutschland zweimal jährlich im Lutherischen Jugendgästehaus der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche (SELK), organisiert von Martin Kollien-Glaser.

Sammler: Michael Willimek, Architekt aus München, ist Fan der Carrerabahn von 1978 im Maßstab 1:32.

Das Selbstversorgerhaus in der Homberger Altstadt bietet die idealen Voraussetzungen für ein echtes Männer- und Kinder-Wochenende: Es verfügt neben 40 Betten und einer Küche über mehrere Räume, in denen drei große Carrera-Bahnen in den Maßstäben 1:60, 1:40 und 1:32 aufgebaut werden können. Teile der Anlagen werden zwischen den Treffen im Gästehaus eingelagert.

Das ist praktisch, da die Fans zum Teil weite Anreisen haben. So wie Diplom-Ingenieur Jörg Männich, der extra aus Sylt zu den Treffen in Homberg anreist, und wie Sven Ruf aus Saarbrücken, der ungewöhnliche Rennwagen mit viel Liebe zum Detail baut. Zu seinem Sortiment zählt unter anderem ein Bobbycar, ein Tanklastzug und ein alter VW-Bus mit Campinganhänger, der von einem winzigen Panzerknacker gesteuert wird.

Quelle: HNA

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