Verkehrsministerium: Felsberg könnte den geplanten Straßenbau vorfinanzieren

Schneller zur Umgehung

Schwerlastverkehr mitten in der Stadt: Vor allem die Anwohner der Untergasse in Felsberg sehnen die Ortsumgehung herbei. Foto: Gehlen

Felsberg. Jeden Tag knattern schwere Lastwagen durch die Kernstadt Felsbergs. Für die Anwohner ist das eine ungeheure Belastung – Abhilfe könnte eine Ortsumgehung schaffen.

Über den Bau wird seit Jahren diskutiert, jetzt könnte diese Debatte erneut angeheizt werden: Das Hessische Verkehrsministerium hat ein Programm für die kommunale Vorfinanzierung dringender Straßenbauvorhaben vorgestellt. Auf der Liste der zwölf Ortsumgehungen, die infrage kommen, steht auch Felsberg.

55 Millionen Euro hat das Verkehrsministerium für das Kommunale Interessenmodell (KIM) II eingeplant. Das Prinzip: WennFelsberg auf das Angebot eingeht und den Bau der Ortsumgehung vorerst selbst bezahlt, würde das Land der Kommune die Kosten ab 2020 in zehn Jahresraten zurückerstatten.

Felsbergs Bürgermeister Volker Steinmetz äußerte sich auf Anfrage eher skeptisch. Er hoffe darauf, dass das Geld für die Ortsumgehung im regulären Landeshaushalt eingeplant werde – dann müsse die Kommune auch nicht in Vorleistung gehen, erklärte Steinmetz.

400.000 Euro sind für 2013 im Doppelhaushalt des Landes für die Ortsumgehung Felsberg vorgesehen – genauer gesagt für den Grunderwerb.

Für die kommenden Jahre sind laut Haushaltsplan des Landes knapp sieben Millionen Euro für den Bau der Umgehung vorgesehen. Doch es sei unwahrscheinlich, dass dieses Geld vor 2020 bereitgestellt werde, teilte Marco Krause, Sprecher des Verkehrsministeriums, auf Anfrage mit.

Aus Sicht des Melsunger Landtagsabgeordneten und früheren Landesverkehrsministers Dieter Posch (FDP) könnte Felsberg von KIM II profitieren: „Ich hoffe, Felsberg kann angesichts seiner Haushaltslage diese Chance wahrnehmen, damit die Infrastruktur vor Ort schneller verwirklicht werden kann“, heißt es in einer Mitteilung Poschs.

Wenn die Stadt Felsberg in die Vorfinanzierung ginge, könne man zwar möglicherweise früher mit dem Bau beginnen, räumte Peter Wöbbeking, Baudirektor bei Hessen Mobil, ein. Allerdings sei ein Baustart vor der zweiten Jahreshälfte 2014 ohnehin nicht denkbar.

Noch in diesem Jahr solle Baurecht für die Ortsumgehung geschaffen werden – auf einen genaueren Zeitpunkt wollte sich der Baudirektor nicht festlegen. Allein die Ausschreibung des Bauprojekts werde dann aber noch Monate in Anspruch nehmen. Auch sei nicht auszuschließen, dass es Klagen gegen das Bauvorhaben gebe, die den Prozess ebenfalls verzögern könnten.

Von Judith Féaux de Lacroix

Quelle: HNA

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