Zum Schnuddeln und Einkaufen ins Ippinghäuser Lädchen

Statt ins Fitnessstudio ab in den Bürgerladen: Die 83-jährige Edith Strube kommt fast jeden Morgen ins Lädchen.

Dorfläden bilden einen immer wichtigeren Faktor im Landkreis. Das hat die Untersuchung „Dorfläden in Nordhessen“ der Industrie- und Handelskammer (IHK) Kassel-Marburg ergeben, die die Situation von 36 kleinen Nahversorgern in der Region genauer beleuchtet.

Ippinghausen. Fährt man in Ippinghausen entlang der Korbacher Straße in Richtung Wolfhagen, erblickt man auf der linken Seite ein Schild, das den Weg zum Bürgerladen weist. Seit genau 20 Jahren gibt es den kleinen Laden, der sicherstellt, dass die Ippinghäuser fußläufig Lebensmittel einkaufen können.

Doch der Dorfladen ist viel mehr als nur eine Einkaufsmöglichkeit, erklärt Birgit van der Veek, die seit der ersten Stunde regelmäßig an der Kasse des kleinen Lädchens Am Mühlenbach steht. „Wir haben viele Stammkunden, die den Laden regelmäßig besuchen und dann auch gern mal ein Schwätzchen halten.“ So wie Kunde Klaus-Dieter Mohrdieck, der sich aber kurz loseisen kann, um die vielen Vorzüge zu beschreiben, den der Laden seiner Meinung nach bietet: „Das ist zuerst natürlich die Nähe, die sehr freundlichen Verkäuferinnen, die auch mal etwas bestellen, wenn sie es nicht da haben. Es ist auch nicht teurer als anderswo, und außerdem sehe ich es auch als meine Bürgerpflicht an, den Laden zu erhalten.“

Zusätzliche Dienstleistungen

Die IHK-Studie zur Situation der Dorfläden in Nordhessen hat gezeigt, dass zwei Dinge besonders wichtig für ihren Fortbestand sind: Ein breites Angebot an zusätzlichen Dienstleistungen und die intensive Nutzung des Ladens durch die Einwohner. Letzteres stellt auch den Dorfladen in Ippinghausen vor größere Herausforderungen.

„Hauptsächlich kaufen hier ältere Menschen ein“, sagt van der Veek, „die Jüngeren kaufen doch eher in der Nähe ihres Arbeitsplatzes ein“. „Diese Generation nutzt den Laden leider nur, wenn sie mal etwas vergessen hat“, fügt Ortsvorsteher Norbert Schröder hinzu. Davon alleine könne der Laden aber nicht überleben. Schröder ist auch einer der Vorsitzenden der Gesellschaft bürgerlichen Rechts, die den Laden betreibt.

Van der Veek mag ihren Job sehr. Erst kürzlich habe ihr eine ihrer ältesten und treuesten Kunden erzählt, wie dankbar sie sei, dass der Laden ihr dabei helfe, ihre Selbstständigkeit zu erhalten. Für die Kunden, die nicht mehr mobil sind, bietet der Laden auch einen kostenlosen Lieferservice. Um gegen die Konkurrenz der Märkte in Wolfhagen und Naumburg bestehen zu können, haben Kunden der Sparkasse und Raiffeisenbank die Möglichkeit, Geld abzuheben, Briefmarken zu kaufen und Pakete zu versenden.

Für die Zukunft hoffen Schröder und van der Veek, dass die Ippinghäuser im Bürgerladen auch die nächsten 20 Jahre notwendige und alltägliche Lebensmittel kaufen können und einen Treffpunkt haben. „Und wir hoffen natürlich, wieder mehr junge Kunden in den Laden locken zu können“, sagt van der Veek.

Von Michaela Pflug

Quelle: HNA

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