Kinderkrippe in Fritzlarer Kindertagesstätte eingeweiht

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Rosa und blau: Der Kinderchor unter der Leitung von Reiner Volgmann sang zum Tag der offenen Tür.

Fritzlar. Bunte Krabbellandschaften aus Holz und mit vielen Kissen gefüllte, große Kuschelboote sind Teil der Einrichtung der neuen Krippe der Kindertagesstätte Zur Kinderarche in Fritzlar. Sie feierte mit einem Tag der offenen Tür ihre Eröffnung.

Innenarchitektin Tina Pfaar aus Besse gestaltete die Räume kindgerecht für die Jüngsten. So gibt es kleine Höhlen als Rückzugsbereiche, Sitzsäcke zum Ausruhen, Körbchen und Bettchen zum Schlafen und einen Sanitärraum mit Wickeltischen, Töpfchen, niedrige Waschbecken und Mini-Toiletten.

Seit dem 1. Februar ist die Krippe offen und bietet 20 Plätze für Kinder zwischen drei Monaten und drei Jahren an, bisher sind zwölf Kinder angemeldet. Von 7 Uhr bis 17 Uhr ist die Krippe geöffnet. Fünf speziell ausgebildete Erzieherinnen kümmern sich in zwei Gruppen um die Kinder. Die Betreuung richtet sich nach den Bedürfnissen der Kinder: Es gibt keine festen Zeiten für Schlafen und Essen, aber viele Kinder nutzten eine gemeinsame Mahlzeit gerne als Ritual, berichtete Kita-Leiterin Dorothee Schäfer. Damit die Kinder sich in der Krippe wohl fühlen, ließen sie sich viel Zeit mit der Eingewöhnungsphase, erklärte sie.

Zu Anfang seien die Eltern noch mit in der Krippe dabei, später immer weniger, sodass die Trennung allmählich verliefe. Dabei werde jedes Kind von seiner Erzieherin begleitet, die dann auch seine feste Bezugsperson darstelle.

Rückmeldungen sind positiv

Die Rückmeldungen der Eltern nach den ersten Wochen Krippenbetrieb seien durchweg positiv. Besonders für Alleinerziehende und für Familien, in denen beide Eltern berufstätig sind, ist die Krippe eine große Hilfe.

Bau und Finanzierung. Im Jahr 2009 begann der Anbau der Krippe an die Kindertagesstätte nach dem Abriss der früheren ökumenischen Sozialstation.

Für die Krippenkinder gibt es zwei Gruppen- und zwei Schlafräume sowie einen gemeinsamen Sanitärraum. 430 000 Euro kostete der Neubau, 300 000 Euro übernahmen Land und Bund, 90 000 Euro gab die Stadt Fritzlar dazu, der Rest wurde von der Evangelischen Landeskirche, dem Kirchenkreis und der Gemeinde bezahlt. Außerdem trägt die Stadt auch 80 Prozent der jährlichen Betriebskosten.

Da das Land kurzfristig die Bemessungszahlen geändert, die Zuwendungen aber nicht in gleicher Höhe angepasst habe, sei durch den Bau ein Minus von 100 000 Euro entstanden, erklärte Geschäftsführer und Pfarrer Dr. Ulrich Bock. Dieses habe zunächst die Evangelische Landeskirche als Träger aus ihren Rücklagen ausgeglichen, die damit aber erschöpft wären.

Bis die Krippe vollständig ausgelastet sei, entstünden neue Kosten. Daher sei man auf Sponsoren angewiesen. Zum Bau stiftete die VR-Bank Schwalm-Eder 3500 Euro, die Lions-Clubs Borken und Bad Wildungen gaben 2500 Euro dazu, 1000 Euro kamen vom VW-Werk, 4000 Euro vom Förderverein der Kita, 800 Euro von der Theatergruppe Kult des Fritzlarer Kulturvereins, weitere Spenden seien willkommen.

Immer mehr Krippenplätze

Glückwünsche und Geschenke gab es unter anderem von Bürgermeister Karl-Wilhelm Lange, der für die Kinder einen CD-Spieler stiftete.

Mit der neuen Krippe der Kinderarche biete die Stadt Fritzlar 27 Prozent der vom Gesetzgeber bis 2013 geforderten 35 Prozent der Krippenplätze für die Kinder unter drei Jahren, sagte Kreisbeigeordneter Karl-Heinz Ernst.

Quelle: HNA

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