Schöne mit Schlappohren: Häsin aus Breuna ist Europachampion

Gestatten, Europachampion: Die thüringerfarbige Kleinwidderhäsin – hier zurück im heimischen Stall – brachte Züchter Kurt Ulott auf der internationalen Schau in Metz ein Spitzenergebnis ein. Fotos: Binienda-Beer

Breuna/Zierenberg. Die Häsin des Breunaer Züchters Kurt Ulott ist auf der größten Kleintierschau der Welt, der Europaschau in Metz in Frankreich, zum Europachampion gekürt worden.

Diese Schönheitskönigin lässt die Ohren hängen. Nicht etwa, weil ihr Körperbau als gedrungen zu bezeichnen ist, sie überdies einen kräftigen Nacken und eine gut abgerundete Hinterpartie besitzt. Nein, diese Eigenschaften zeichnen sie geradezu als Idealtyp aus.

Mit den Ohren verhält es sich indes so: Die frisch gekürte Europatitelträgerin kann gar nicht anders, denn sie gehört zu den Schlappohren unter den Rassekaninchen. „Kleinwidder thüringerfarbig“, erklärt ihr stolzer Eigentümer. Der Breunaer Züchter Kurt Ulott hat von der größten Kleintierschau der Welt, der Europaschau in Metz (Frankreich), dank der Schönen den Titel Europachampion mit nach Hause gebracht.

Das bringt ihm nicht nur Anerkennung in seinem Heimatort ein, sondern auch die aller Züchterfreunde in seinem Verein K 49 Zierenberg. Mehr als 12.000 Rassekaninchen verschiedenster Rassen und Farbschläge stellten sich in Metz den kritischen Blicken der internationalen Preisrichter. Bei den Zierenberger Kleintierzüchtern wird der Ausstellungsbesuch in Frankreich in die Vereinsannalen eingehen. Denn einen Europachampion gab es hier noch nicht, und weitere Spitzenergebnisse (siehe Hintergrund) lieferten zusätzlich Anlass zur Freude.

Ulotts Herz für Rassekaninchen entflammte schon in früher Jugend. Vor mehr als einem halben Jahrhundert entdeckte er gemeinsam mit seinem Bruder das lebendige Hobby, das beide selbst noch im Ruhestandsalter pflegen. Gut 100 Tiere finden bei Kurt Ulott im Stall am Haus Platz. Er züchtet drei Rassen: Helle Großsilber, Zwergwidder blau und Zwergwidder thüringerfarbig.

Die „Zwerge“ sind den Großen eine entscheidende Nasenlänge voraus: Sie wandern nicht in den Bräter. Und welches Schicksal erwartet die Schönheitskönigin? „Entweder sie kommt bei mir selbst in die Zucht oder wird verkauft“, sagt der 64-Jährige. Ganz sicher sind der ausgewiesenen Schönheit derzeit extra Streicheleinheiten, die der Breunaer „selbstverständlich“ an seine Lieblingstiere verteilt.

Und so kommt der frühere Bundeswehrangehörige täglich mit Füttern, Streicheln und Herausnehmen auf zwei, eher drei Stunden Stallarbeit. Ehefrau Erika und Sohn Karsten wissen: „Die Kaninchen gehören zur Familie.“

Auch bei anderen sorgen die Langohren für Freude: Ulott und Mitstreiter aus dem K 49 besuchen mit ihren pelzigen Begleitern regelmäßig Altenheime, Schulen und Kindergärten. „Der Kontakt mit dem Tier tut alten und jungen Menschen gut“, ist der Breunaer überzeugt.

Kurt Ulotts Europa-Schönheit hat schon bald ihren nächsten großen Auftritt: am 19. und 20. Dezember auf der Kaninchen-Bundesschau in den Kasseler Messehallen. Mit hängenden Ohren, versteht sich.

Quelle: HNA

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