Den Trauben ganz nah: Tag der offenen Tür im Weinanbaugebiet Böddiger Berg

Böddiger. Nordhessens nördlichster Weinberg als Publikumsmagnet: Der Tag der offenen Tür auf dem Böddiger Berg war am Sonntag sehr gut besucht. Die neue Schutzhütte und der Weinlehrpfad wurden der Öffentlichkeit vorgestellt.

Viel Lob und Anerkennung gab es für den Förderverein Böddiger Berg, der vor 20 Jahren gegründet worden war.

Trotz Wettertiefs herrschte in der Hütte und im Zelt Hochstimmung. Dafür sorgte auch Willi Blum mit einem Schifferklavier. Er brachte die Besucher schnell zum Schunkeln.

„Dieser Weinberg wäre ohne das Engagement des Fördervereins brach gefallen“, würdigte Staatssekretär Mark Weinmeister die Vereinsarbeit. Erstmals fand auf dem Weinberg ein Gottesdienst statt. Pfarrer Rainer Zwenger sprach von Dankbarkeit dafür, „wie gut und wie schön wir es hier doch haben“. Zwenger erinnerte daran, dass Georg Angersbach Anfang der 1950er-Jahre mit dem Weinbau begann und sich dessen Sohn Karl heute noch liebevoll um die verbliebenen Weinstöcke kümmert. Der Böddiger Berg sei ein herrliches Fleckchen Erde, ein wunderschöner Teil unserer Landschaft, ein einladender Teil Kulturlandschaft.

„Wir sind auf einem guten Weg“, sagte Altbürgermeister Klaus Stiegel, der vor 20 Jahren Initiator zur Gründung des Förderkreises war. „So schöne Trauben wie dieses Jahr hatten wir schon drei, vier Jahre nicht mehr“, sagte Stiegel zum aktuellen Weinjahr.

Schmackhaft und trocken

„Vom Drei-Männer-Wein sind wir schon lange weg“, waren sich Stiegel und Vizelandrat Winfried Becker einig. Früher sagte man dem sauren, heute sehr schmackhaften trockenen Tropfen nach, dass zwei Männer den Mann festhalten mussten, der den Wein trinken sollte. Winfried Becker: „Der Böddiger Berg erfreut sich heute einer großen Schar von Weintrinkern.“

Fotos vom Tag der offenen Tür

Trauben am Böddiger Berg

„Wie würde es heute hier aussehen, wenn sich der Förderkreis nicht gekümmert hätte – wir hätten ein Dornröschenschloss“, sagte Bürgermeister Volker Steinmetz. Und: „Der Böddiger Berg ist die besondere Marke des Edertals.“ Mit Blick auf den Bau der neuen Schutzhütte dankte er vor allem Dennis Schnittger. Hüttenwart ist Horst Rietschle.

Von Manfred Schaake

Quelle: HNA

Kommentare