Schöner Klang aus der Kindheit

Monika Schmidt aus Holzburg verkauft ein 100 Jahre altes Akkordeon

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Monika Schmidt mit dem Akkordeon: Sie wünscht sich, dass das Instrument nach so langer Zeit endlich wieder gespielt wird und sucht einen Käufer der daran Spaß findet.

Schon als Kind genoss Monika Schmidt, wenn ihr Vater zum Akkordeon griff. Das blieb lange so. Bis zum 60. Lebensjahr spielte ihr Vater das Instrument. Dann wurde er krank. Als er vor 20 Jahren starb, löste seine Tochter die Wohnung auf – und nahm das Akkordeon mit zu sich nach Hause nach Holzburg.

Da fand sie das Instrument vor wenigen Wochen auf dem Dachboden wieder. In all den Jahren war es fast in Vergessenheit geraten. Jetzt wünscht sich Monika Schmidt, dass sich ein Liebhaber findet, der das Instrument zu schätzen weiß – und vor allem spielen kann.

Lange in Familienbesitz

Wo der Vater das Akkordeon einst erwarb, weiß seine Tochter nicht. Aber: Der Vater habe es immer schon besessen – so lang, wie sie sich erinnern könne. Monika Schmidt wuchs in Berlin auf. Zu Geburtstagen oder an Feiertagen holte der Vater das Akkordeon hervor, spielte Berliner Schlager und Volkslieder. „Und die Gäste sangen dazu“, erzählt die 62-Jährige. Damals sei das Instrument beliebt gewesen. „Die Dinger waren absolut angesagt. Da wurde in den Hinterhöfen gespielt, die Zuhörer warfen dann Geld aus den Fenstern“, erklärt Schmidt.

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HNA Markt: 100 Jahre altes Akkordeon

Das Knopfakkordeon der Marke Hohner ist etwa 100 Jahre alt. Das hat Schmidt mithilfe eines Gutachters heraus gefunden. Der hat ihr auch bescheinigt, dass das Instrument vollkommen funktionstüchtig ist. „Es muss neu gestimmt werden, aber der Balg ist völlig in Ordnung“, sagt die Holzburgerin, die im Jahr 1973 von Berlin aufs Land zog.

Nach wie vor vorhanden ist auch der Original-Koffer zum Instrument sowie einige Noten. Das Hohner Preciosa ist schmuck verarbeitet und besticht durch eine auffällige Perlmutt-Auflage. Aussehen und Klang hatten einst auch Monika Schmidts Vater überzeugt. Die Holzburgerin hat eine Preisvorstellung von etwa 500 Euro.

Besonders schön fände sie, wenn das Instrument zukünftig wieder gespielt würde.

Für einen guten Zweck

„Ich möchte gern ein Teil des Erlöses für die Menschen auf den Philippinen spenden, die es nach der Naturkatastrophe dringend nötig haben“, erklärt die 62-Jährige. Sie selbst hat nie gespielt. Während ihrer Arbeit als Krankenschwester in der Notaufnahme blieb einfach zu wenig Zeit, das Instrument zu erlernen. „Und später hatten wir Pferde“, sagt Schmidt. Dass das Knopfakkordeon einem anderen Menschen genauso viel Freude bereitet, wie ihrer Familie, das wäre Monika Schmidts Herzenswunsch. (zsr)

Quelle: HNA

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