Der fast ausgestorbene Silberreiher ist wieder da

Die Schönheiten mögen jetzt Mäuse

Blendend weiß: Der Silberreiher. Foto: Stübing/nh

Schwalm. Vor gut hundert Jahren ging es den weißen Schönheiten im Wortsinn an den Kragen. Für Modezwecke wurden zehntausende Silberreiher und andere Arten wie Möwen und Seeschwalben getötet, um mit ihren Federn Damenhüte zu „verschönern“.

Diese heute kaum noch vorstellbare Mode brachte einige der betroffenen Vogelarten an den Rand des Aussterbens. Dass sich in diesen Tagen wieder bis zu sieben Silberreiher in der Schwalmaue zwischen Zella und Dittershausen aufhalten, ist daher ein weithin sichtbares Zeichen für einen großen Naturschutzerfolg.

Seit Jahrzehnten steht diese Art wie auch die anderen Reiher unter Naturschutz, so dass sich die Bestände allmählich wieder erholen konnten. Der seit sehr langer Zeit erste Silberreiher, der sich wieder nach Hessen verirrte, wurde in den 1960er Jahren beobachtet.

Seither haben die Brutbestände in Süd- und Osteuropa nochmals sehr deutlich zugenommen, so dass immer mehr der weißen Schönheiten auch in unserem Raum auftreten.

Hier haben die Tiere offenbar von den verwandten Graureihern abgeschaut, dass es sich nicht nur von kleinen Fischen, sondern auch von Mäusen auf Wiesen und Äckern gut leben lässt. Das hat sich unter den Silberreihern offenbar schnell herumgesprochen, denn in den vorigen zehn Jahren werden alljährlich neue Maximalzahlen erreicht. Waren es um die Jahrtausendwende erst wenige Vögel, sind es nun allein in Hessen manchmal mehr als 200 Tiere. Bundesweit halten sich sogar oft mehr als 3000 Silberreiher auf.

Auch im Schwalm-Eder-Kreis sind es in den letzten Wintern oft mehr als 30 Vögel gewesen, davon seit einigen Jahren immer wieder auch kleine Gruppen entlang der Schwalm.Hier lassen sich die weißen Reiher vor allem in den Wiesenflächen zwischen Loshausen und Steina oder zwischen Treysa und Dittershausen beobachten, manchmal auch im Rückhaltebecken zwischen Treysa und Ziegenhain. Meist lauern sie, gerne zusammen mit Graureihern, auf Wiesen, wo sie es vor allem auf Mäuse abgesehen haben.

Wer die eindrucksvollen Vögel beobachtet, sollte sich ihnen nicht weiter als 150 Meter nähern und den Anblick nur aus der Ferne genießen, um die Tiere nicht unnötig zu stören. Der aktuelle Wintereinbruch führt dazu, dass die Reiher wie auch andere Tierarten alle Energiereserven zum Überleben benötigen.

Von Stefan und Heinz Stübing

Quelle: HNA

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