Regeln für korrekte Quellenangaben gelten sowohl für Schüler als auch für Lehrer

Schon früh zitieren lernen

Wissenschaftlich lernen: Reinhard Hammermeister, Timo Ritter und Christoph Weinreich bekommen in ihrem Geschichtsunterricht Arbeitsblätter, mit Texten aus unterschiedlichen Quellen. Wir waren im Unterricht dabei und haben gesehen, dass die Quellen angegeben waren. Foto: Dietzel

Wolfhagen. Wer schon in der Schule korrekt zitieren lernt, für den ist es später in wissenschaftlichen Arbeiten eher selbstverständlich, Quellen korrekt zu kennzeichnen. Norbert Waldmann ist Lehrer für Biologie und Sport an der Wilhelm-Filchner-Schule in Wolfhagen. Seiner Meinung nach hat die Quellenangabe in verschiedener Hinsicht Sinn:

Erstens sollte niemand Informationen von Dritten als eigene Idee verkaufen, sagt Waldmann. Zweitens würden Quellenangaben viel über die Qualität einer Arbeit aussagen. Und drittens sei es für die Bewertung einer Arbeit erheblich, ob wichtige Quellen verwendet beziehungsweise vernachlässigt worden sind.

Korrektes Zitieren würden Schüler bis zu ihrem Abschluss lernen. Sie üben es in Referaten, Dokumentationen von Präsentationen und in Hausarbeiten: Autor, Erscheinungsjahr, Seitenangabe. „Wichtig ist es, die Schüler zu sensibilisieren“, sagte Waldmann. „Das nehmen wir durchaus ernst.“

Waldmann ist an der Gesamtschule Ausbildungsbeauftragter für das Studienseminar. Er betreut daher Referendare und bekommt einen Einblick in den Unterricht aller Fächer.

„Früher war es klar, dass Informationen aus Büchern kamen.“

norbert Waldmann Lehrer

„In der Lehrerausbildung achten wir besonders auf sorfältige Quellenangaben“, sagt Waldmann. Die Bedeutung des Zitierens habe sich mit der Verbreitung des Internets gewandelt. „Früher kamen die Informationen größtenteils aus Büchern“, so Waldmann. Digitale Texte könnten jetzt einfach eins zu eins kopiert und eingefügt werden.

Die Schüler erhalten ein mehrseitiges Merkblatt mit Hinweisen zum wissenschaftlichen Arbeiten, darunter auch Zitiervorschriften. „Das hat schon Universitätsniveau“, sagte Waldmann. Bei regulären Hausaufgaben gelten diese Regeln allerdings nicht.

Lehrer sind Vorbilder

Die Lehrer sind Vorbilder. Auch sie sind verpflichtet, Material zu kennzeichnen. Im Internet gibt es Plattformen wie 4teachers.de, von denen Lehrer Aufgaben mitsamt Lösungen für den Unterricht herunterladen können. „Das habe ich auch schon gemacht“, räumt Waldmann ein. Allerdings zieht er es vor, Aufgaben selbst zu erstellen, um sie auf die jeweiligen Lerngruppen abzustimmen. Im Internet gebe es für Lehrer durchaus hilfreiches Material. Jedoch müssten auch Lehrer ihre Quellen, sei es eine Internetseite oder ein Buch, angeben.

Auch vonseiten des Schulamtes heißt es, dass für Lehrer die gleichen Zitierregeln gelten wie für Schüler.

Von Stefanie Dietzel

Quelle: HNA

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