Teilnehmer einer Studie fordern frühe Vorbeugung

Schon im Kindergarten gegen Rechts kämpfen

+

Schwalm-Eder. Noch früher gegen rechte Tendenzen kämpfen wird das Projekt „Gewalt geht nicht“. Bereits in Kindergärten und Grundschulen soll mit der Arbeit begonnen werden, sagt Projektleiter Stefan Bürger und nennt somit ein wesentliches Ergebnis einer Studie über rechtsaffine Jugendliche im Landkreis.

Erstellt hat die Studie Julia Busch von der Marburger Arbeitsgruppe für Methoden und Evaluation. „Seit dem heimtückischen und niederträchtigen Überfall auf ein Jugendcamp am Neunhainer See im Juli 2008 von Rechtsextremen, ist der Landkreis gefordert, sich dem wirken von Rechtsextremen entschieden entgegen zu stellen“, so Bürger. Denn klar sei, dass es rechtsaffine Jugendliche gebe. Deutlich wurde, dass im Kreis sensibel mit dem Thema Rechtsextremismus umgegangen wird. Und: Welchen Handlungsbedarf die Befragten (siehe Hintergrund) sehen. Sie fordern gezielte Präventionsarbeit von „Gewalt geht nicht“ und Frühprävention. Insgesamt wurden 645 Personen angeschrieben, 238 machten mit. „37 Prozent, dass ist eine gute Quote“, erklärt Busch. Das zeige, dass es im Landkreis keine Mentalität des Wegschauens gebe.

107 der Befragten haben bereits fremdenfeindliche, antisemitsche, menschenfeindliche oder rechtsextremen Ereignisse beobachtet. 83 haben diese in ihrer Stadt, 63 in ihrem persönlichen Tätigkeitsfeld wahrgenommen. Vor allem waren es Sprüche und rechte Parolen. Beachtlich sei der Anteil von rechtsextremen Symbolen, Witzen und Gewalt. Diese ereigneten sich bei Veranstaltungen wie Dorffesten, auf Fußballplätzen, aber auch in Schulen, Vereinen und Familien, bei Jugendfreizeiten und im Beruf. Meist gingen sie von Einzelpersonen (57 Prozent) aus. Doch auch von organisierten Gruppen wie Parteien, Kameradschaften oder Jugendcliquen. Mit 37 Prozent sei diese Zahl hoch, so Busch.

Mehr dazu in der gedruckten Ausgabe der HNA

Von Maja Yüce

Quelle: HNA

Kommentare