Schon mehrere Autos beschädigt: Ein Loch in der Straße sorgt für Ärger

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Wer das Steuer nicht rumreißt, setzt auf: Ernst Mohr vor dem Wasserdurchlass in Kerstenhausen, der Autofahrern zum Verhängnis werden kann. Jetzt hat die Stadt Warnschilder aufgestellt.

Kerstenhausen. Ein Loch in der Straße Am Bornpfad wird manchem Autofahrer zur Falle. Ernst Mohr ist sauer, dass die Stadt nicht handelt und die Situation verändert.

Ernst Mohr weiß, wie er die Straße Am Bornpfad in Kerstenhausen zu nehmen hat: Auf der falschen Fahrbahn. Denn würde er auf der richtigen Seite der Straße fahren, würde sein Wagen in dem tiefen Loch aufsetzen, in dem ein Wasserdurchlass verläuft.

Der Anwohner

Der Kerstenhäuser also weiß es, sein Enkel aber nicht. Der 18-Jährige, der an der Nordsee wohnt, kam jetzt zu Besuch. Und übersah in der Dunkelheit die Gefahrenstelle, an der die Straße wegen eines Wasserdurchlasses so stark absackt, dass Stoßdämpfer und Schürze seines Autos demoliert wurden. Der 18-Jährige ist nun unglücklich über den Unfall und sein Großvater sauer auf die Stadt Borken.

Die hatte bereits im April die Gefahrenstelle besichtigt, aber nichts unternommen. Nun fordert Mohr 420 Euro von der Stadt Borken - genau die Summe, die die Wagenreparatur gekostet hat. Denn selbst der gewissenhafteste Fahrer, sagt Mohr, könne nicht ahnen, dass die Straße alles andere als fadengerade verläuft.

Die Polizei

Das bestätigen ihm nun auch ganz amtlich die Behörden. Denn als sich jetzt Thomas Junghans vom Verkehrsdienst der Homberger Polizei ein eigenes Bild von der Situation machen wollte, kam das Müllauto um die Ecke. Und setzte mit einem gewaltigen Rumms auf, als es durchs Loch fuhr. „Das war eine Szene wie bestellt“, sagt Ernst Mohr. Der Polizist konnte also nur bestätigen, was Mohr monierte.

„Es besteht Handlungsbedarf“, sagt Thomas Junghans. Denn Autofahrer könnten einen Unfall nur vermeiden, wenn man auf der linken Straßenseite fahre - und damit einen Zusammenstoß mit dem Gegenverkehr riskiere. Denn die Gefahrenstelle befindet sich zu allem Überfluss auch noch in einer unübersichtliche Kurve. Die Stadt als Straßenverkehrsbehörde sei deshalb zum Handeln aufgefordert, sagt Junghans: „Da muss etwas passieren.“

Die Stadt

Die Stadtverwaltung habe prompt auf das Schreiben der Polizei reagiert und noch am selben Tag Warnschilder und auch eine Warnbake mit Leuchten aufgestellt, sagt Borkens Bürgermeister Marcel Pritsch-Rehm. Er habe auch den Schaden am Fahrzeug von Mohrs Enkel an die Versicherung der Stadt weitergeleitet. Die aber wolle die Kosten nicht übernehmen.

„Und wir werden als Stadt die Rechnung keinesfall von Steuergeld bezahlen - dazu haben wir gar nicht das Recht“, sagt Pritsch-Rehm. Sein Vorschlag: Dass städtische Versicherung nun noch einmal den Fall neu bewertet, immerhin werfe die Stellungnahme der Polizei ein neues Licht auf die Sache.

Der Ärger

Ernst Mohr ist es zufrieden, dass nun ein Schild vor der Gefahrenstelle warnt. Doch dass sein Enkel auf dem Schaden sitzen bleiben beziehungsweise die Erhöhung der Versicherungspolice bezahlen soll, ärgert ihn. „Das wäre uns erspart geblieben, wenn die Stadt früher gehandelt und deutlich auf die Gefahrenstelle hingewiesen hätte,“ sagt er.

Die Stadt Borken sieht die Sache ein wenig anders. Das Loch hätte sich ja nicht erst vor kurzem aufgetan, sondern befinde sich seit Jahr und Tag an dieser Stelle, sagt der Bürgermeister. Der Unfall wäre vermeidbar gewesen, wenn das Problem schon zuvor im Ortsbeirat behandelt worden wäre. Sein Fazit: „Wir werden Ernst Mohr bei der Frage der Schadensregulierung unterstützen“, sagt Marcel Pritsch-Rehm, „aber keinesfalls die Kosten tragen.“

Quelle: HNA

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