Exponate vom Dorfjubiläum zeigt der Bergheimer Georg Butte in seiner Scheune

Schorsches alte Schätze in der Scheune

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Kleines Scheunenmuseum: Zum Dorfjubiläum in Bergheim sammelte Georg Butte alte Dinge - wie das doppelte weiße Spinnrad - und stellte sie in einer Scheune aus. Auch nach der 950-Jahr-Feier soll die Sammlung den Dorfbewohnern erhalten bleiben.

Bergheim. Georg Butte ist ein gottesfürchtiger Mann, einer mit Witz und Charme. Der 81-jährige Bergheimer ist Einer mit Ideen und Energie.

Und wenn er möchte, spricht er druckreif: „Durch die 950-Jahr-Feier entstand dem Georg Butte durch große Mühe ein kleines Scheunenmuseum, das die Einwohner von Bergheim zu jeder Zeit nach Wunsch besichtigen können.“

Zur 950-Jahr-Feier in Bergheim hatte er eine Ausstellung mit alten bäuerlichen Gerätschaften, Werkzeug und Haushaltsgegenständen in der Scheune seines Anwesens in der Neuendorfer Straße gezeigt, die beim Jubiläum bei den vielen Besuchern Erinnerungen wach werden ließ.

Jedes Stück hat seine Geschichte. Wenn die alten Gerätschaften auch längst ausgedient hatten, wegwerfen mochte sie Georg Butte nie.

Die alten Wagenräder („das waren unsere“), die alte Waage aus dem Dorf-Kolonialwarenladen („alle Bergheimer haben von dieser Waage ihre Waren empfangen“), die Buttermaschine („so was hatte früher jeder kleine Ziegenbauer“), die alte Kupferwärmflasche („das war der Oma ihr Heiligtum“) – Dinge wie diese verwahrte er. Einiges ist ein Teil seiner Familiengeschichte, wie die Streuwanne, die zum Säen der Frucht und für Kunstdünger diente. „Da war immer ein halber Zentner drin, das war eine Heidenarbeit“, sagt der 81-Jährige, dessen Hände von harter Arbeit erzählen.

13 Enkel, sieben Urenkel

Auch Freunde steuerten etwas bei, manches rettete er vom Sperrmüll, anderes stand plötzlich vor der Haustür.

„In zweijähriger Zeit habe ich es geschafft, dass das alles hier ausgestellt werden konnte“, berichtet Georg Butte, der 25 Jahre als Heizer gearbeitet und mit seiner Frau sechs Kinder groß gezogen hat. 13 Enkel und sieben Urenkel hat das Paar, das vor zwei Jahren diamantene Hochzeit feierte.

Die acht Meter alte Leiter, die der verstorbene Onkel seiner Frau gekauft hatte, um seinen Apfelbaum abzuernten, hängt nun als Regal genutzt quer an der Scheunenwand.

Vom alten Backblech und der Holzgabel bis zum Waschbrett und der Zither finden sich viele interessante Exponate, die der 81-Jährige mit der einst üblichen Bezeichnung benennt. Stets weiß Georg Butte, der für die Dorfbewohner „der Schorsch“ ist, Interessantes, Witziges oder Kurioses zu den historischen Exponaten erzählen.

„In zweijähriger Zeit habe ich es geschafft, dass das alles hier ausgestellt werden konnte.“

Eine Wand ist inzwischen bestückt mit alten Schätzchen. Wenn’s der Herrgott erlaubt, will er auch die zweite Wand mit alten Gerätschaften ausstaffieren, sagt er.

Alter Hanomag-Schlepper

Jetzt hat er wieder mehr Zeit, denn seit ein paar Tagen ist das Spangenberger Schwimmbad geschlossen. Jeden Tag war er im Sommer zum Schwimmen da. Mit seinem alten Schlepper, ein Hanomag Baujahr 61. Der ist mehr als ein Schätzchen. „Das ist mein Freund“, sagt Butte.

Quelle: HNA

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