Bei Europameisterschaft dabei

In Schräglage zum Ziel: 38-Jähriger aus Empfershausen fährt Auto-Trial

Voll im Einsatz: Bevor eine Strecke gefahren wird, steht die Taktik im Mittelpunkt, um sich den besten Weg zurechtzulegen. Anschließend geht es unter anderem auch über große Steine. Foto:  privat/nh

Empfershausen. Für Steffen Dziersk geht ein Traum in Erfüllung: Der 38-Jährige aus Empfershausen fährt am 25. und 26. Juli in San Marino bei der Eurotrial für Geländewagen um den Titel mit.

Trials sind Geschicklichkeitsprüfungen, meist in Steinbrüchen oder Sandwerken. Dafür nimmt der Lkw-Fahrer 1200 Kilometer Anfahrt in Kauf. Bezahlen muss er sein Hobby aus der eigenen Tasche.

Begonnen hat für Dziersk alles vor 13 Jahren: Zusammen mit seinem Freund Ronny Simon gründete er beim ASC Melsungen eine Sparte für Automobil-Trial. Laut ihm die erste in Nordhessen. „Bei Trials geht es darum, möglichst fehlerfrei Tore zu durchfahren oder Hindernisse zu überwinden. Bewertet wird nach Strafpunkten und nicht die höchste Geschwindigkeit“, erklärt der 38-Jährige. Dabei geht es durch das Gelände, über Steine, durch Schlamm und nicht selten kippt das Auto bedrohlich zur Seite.

Traum hat sich erfüllt 

Dziersk ist ein Quereinsteiger: „Ich habe keine Freunde oder jemanden aus der Familie, der diesen Sport schon betrieben hat. Ich bin aber früher schon in meiner Freizeit mit einem Geländewagen gefahren.“

Die Teilnahme an der Europameisterschaft ist für Steffen Dziersk nicht nur die Erfüllung eines Traums, sondern auch der Lohn für viel investierte Zeit und Geld. Denn verdienen kann man in dieser Randsportart auch als Sieger nichts: „Es gibt kein Preisgeld, für mich geht es alleine um die Ehre“, beschreibt Dziersk seine Motivation. Für den Empfershäuser ist die Teilnahme an den Wettkämpfen eine einzigartige Chance, denn jedes Jahr könne er sich diesen Aufwand nicht leisten: „Alleine für die Anreise und Teilnahmegebühren werde ich 1000 Euro bezahlen.“ Im nächsten Jahr sei die EM zwar wieder in Deutschland, 2017 aber erneut weit weg - in Finnland.

Qualifiziert hat sich Dziersk über die Deutsche Geländewagen Meisterschaft (DGM). Diese besteht aus insgesamt sechs Läufen in ganz Deutschland, von denen fünf in die Wertung einfließen. Einer davon findet jedes Jahr auch in Ost-heim statt. Die vier Bestplatzierten sind bei der Europameisterschaft dabei.

Das hat Dziersk zwar nicht ganz geschafft, weil aber jemand die Teilnahme zurückzog, wurde er nachträglich eingeladen. Ganz neu wird es für den 38-Jährigen aber doch nicht: „2009 habe ich als Beifahrer von Ronny Simon an der Europameisterschaft teilgenommen. Damals sind wir Sechster geworden, in der Teamwertung sogar Europameister.“ Dieses Mal sind die Vorzeichen umgekehrt: Dziersk fährt und Simon sitzt neben ihm.

Für die erste EM als Fahrer hat sich Dziersk kleine Ziele gesetzt: „Es ist toll, dass ich dabei sein kann. Nicht Letzter zu werden, wäre schon ein Erfolg.“

Quelle: HNA

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