Kai Mellinghoff rettete aus seiner brennenden Garage, was zu retten war

Schrecken sitzt noch tief

Nicht mehr zu gebrauchen: Ein verkohlter Motorradhelm liegt in der rußgeschwärzten Garage, in der am Sonntagmorgen ein Brand ausgebrochen war. Nach derzeitigen Schätzungen der Polizei liegt der Sachschaden bei rund 20 000 Euro. Foto:  Norbert Müller

Wolfhagen. Kai Mellinghoff steht der Schrecken noch ins Gesicht geschrieben. In seiner Doppelgarage im Hof des Kinos war am Sonntagmorgen ein Brand ausgebrochen. Vermutlich, so haben inzwischen die polizeilichen Ermittlungen ergeben, war der Stecker eines Batterieladegerätes überhitzt und entfachte das Feuer.

Der Schock sitze ihm noch so in den Knochen, erzählt er, dass er selbst am Tag danach seinen Kaminofen im Wohnzimmer nicht anheizen könne. Die Angst vor Flammen müsse sich erst legen. Noch sei das Erlebte zu präsent:

Am Sonntag gegen 7.45 Uhr trommelt eine Mieterin wie wild an seine Wohnungstür, ruft, „es brennt.“ „Wir haben da noch gepennt“, erinnert sich Kai Mellinghoff. Mit der Bettruhe ist es schlagartig vorbei. Ein Blick aus dem Fenster jagt den Blutdruck in die Höhe. Anruf bei der Feuerwehr - dann rast er in „Patschen und Nachthemd“, wie er sagt, nach unten. Auf der linken Garagenseite brennt es. Im Galopp ins Kino, Feuerlöscher holen. Ein Nachbar kommt zur Unterstützung, dazu zwei Passanten von der Straße.

Während der Nachbar mit den Feuerlöschern hantiert, versucht Mellinghoff zu retten, was zu retten ist. Tempo, Tempo. Erst fährt er den Kombi, der vor dem rechten Garagentor steht, mit Vollgas durchs die schmale Einfahrt raus auf die Schützeberger Straße.

Qualm nimmt die Sicht

Rein in die Garage. Er schnappt sich seine drei hochwertigen Fahrräder, drückt die den zwei Helfern von der Straße in die Hand. Dann kann er die schwere BMW rausschieben. Wieder zurück. „Ich konnte da vor lauter Qualm kaum noch was sehen“, erzählt Mellinghoff, aber sein Mercedes-Cabrio muss unbedingt raus: „Ich liebe mein Auto.“ Auch den silbernen Flitzer bringt er unbeschädigt aus der Gefahrenzone. „Ich habe dann gemerkt, es geht nichts mehr.“ Wenig später kracht es in der Garage. Mellinghoff: „Da ist wohl ein Feuerlöscher explodiert.“

Die Feuerwehr rückt an, es sind wenige Minuten seit Mellinghoffs Anruf vergangen. Die Brandschützer gehen die Sache routiniert an, während Mellinghoff - völlig fertig - von Sanitätern aus dem Verkehr gezogen wird. Zusammen mit seiner Frau und den drei anderen Helfern wird er mit Verdacht auf Rauchgasvergiftung in die Wolfhager Klinik gebracht.

Wenigstens eine Nacht soll er bleiben. „Am späten Nachmittag habe ich mich dann entlassen“, sagt der Ruhelose. Völlig platt zwar, aber zuhause gebe es doch so viel zu tun.

Von Norbert Müller

Quelle: HNA

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