Spannende Nachwahl

Schrecksbach: Wahlbeteiligung liegt deutlich über 50 Prozent

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Es bleibt spannend: Wähler und der ehemalige Erste Beigeordnete Torsten Biesenroth (links) warten bei der Auszählung im Rotkäppchenhaus.

Schrecksbach. Seit 18 Uhr werden die exakt 667 abgegebenen Stimmzettel im Rotkäppchenhaus ausgezählt. Damit liegt die Wahlbeteiligung nun doch deutlich über 50 Prozent. Reaktionen auf den Rücktritt des Ersten Beigeordneten Biesenroth gibt es noch nicht.

Biesenroth schlug während der Auszählung eine Erklärung an der Saaltür an, in der es heißt: "Die Art und Weise, wie man in unserer Gemeinde mit ehrenamtlich Tätigen umgeht, kann ich nicht nachvollziehen und länger hinnehemen." Er kritisiert das Niveau, "auf dem sich einige Mitbürger bewegen". Die Aufgabe seines Amtes gelte mit dem heutigen Tage.

Nach schleppendem Beginn hat sich die Wahlbeteiligung bis zum Nachmittag verstärkt. Gegen 15 Uhr hatten rund 35 Prozent der Wahlberechtigten abgestimmt. Das sagte Gemeindewahlleiter Dietmar Schaub auf Anfrage unserer Zeitung.

Zur Wahl aufgerufen waren die Einwohner des Kernortes Schrecksbach (Wahlbezirk I), gut 1200 Wahlbenachrichtigungen wurden verschickt. Nach einem Gerichtsurteil ist die Kommunalwahl im Bezirk I der Großgemeinde zu wiederholen, denn die Klage eines Mannes aus Schrecksbach hatte ergeben, dass es bei dem Urnengang im März 2011 eine geringe Differenz zwischen der Anzahl der Stimmzettel und der Wahlvermerke im Wählerverzeichnis gab.

Gewählt wird die 17-köpfige Gemeindevertretung, die Kandidatenlisten von SPD, CDU und UWG sind bis auf einen Nachrücker identisch mit der der Ursprungswahl. Die Nachnominierung war wegen eines zwischenzeitlichen Todesfalles erforderlich.

Dietmar Schaub

Jeder Wähler hatte bis zu 17 Stimmen, es konnte kumuliert und panaschiert werden (mehrere Stimmen für einen Kandidaten, Verteilung der Stimmen auf verschiedene Kandidaten).

Lediglich ein Drittel der Wähler (215 Stimmzettel) setzte das Kreuz nur bei einer Partei: Die SPD erhielt 141 Listenkreuze, die CDU 53, die UWG 21. Das allein sagt noch nicht sehr viel aus, da zwei Drittel der Wähler kumulierten und panaschierten. Am Montagmorgen werden die Stimmen in den Computer eingegeben, am Montagmittag wird das Ergebnis erwartet. Dann erst wird man wissen, wie sich das neue Gemeindeparlament zusammensetzt. Solange bangt die SPD um ihre Mehrheit und hoffen CDU und UWG auf eine Verschiebung der Kräfte.

Bei der Kommunalwahl 2011 betrug die Wahlbeteiligung 57,5 Prozent, rund drei Prozent mehr als 2006. Im März 2011 hatte die SPD 49,4 Prozent der Stimmen erhalten (leicht verbessert) und wurde mit neun Sitzen sehr knapp die Mehrheitsfraktion. Die CDU erhielt seinerzeit 24,8 Prozent, die UWG 25,8 Prozent. Die FWG mit vormals drei Sitzen war nicht mehr angetreten.

Von Anne Quehl

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Quelle: HNA

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