Mainzer Kammerorchester im Fritzlarer Dom

Ein Schrei, der aus dem Herzen kam

Sorgten für einen wundervollen Konzertabend: Das Mainzer Kammerorchester mit (von links) Joachim Schwarz, Uta Lorenz, Alexander Grotov, Renate Kehr, Saskia Worf, Ichi Noda. Vorne: Kathlin Herzegh, Wolfram Geiss und Isabelle Müller. Foto: Dürr

Fritzlar. Mit lang anhaltendem, begeistertem Applaus bedankten sich die Zuhörer am Freitagabend im Fritzlarer Dom St. Peter bei den Musikern des Mainzer Kammerorchesters für einen wundervollen Konzertabend.

„Laudate Dominum“ stand als Motto über dem Programm, das damit ganz dem Raum Rechnung trug, in dem es spielte. Das Orchester verzichtet auf einen Chefdirigenten, Interpretationen werden unter der Leitung des Konzertmeisters (am Samstag: Katalin Herzegh) gemeinsam erarbeitet. Der weit über die Grenzen Deutschlands hinaus bekannte Klangapparat versteht es, verlässlich klangschön und facettenreich zu musizieren. Obwohl jeder der Musiker ein Solist, spielt man mit inniger Einigkeit, Spielfreude und einem Klang wie aus einem Guss. Für Soli wird ein wunderbarer Klangteppich gelegt, damit diese frei ausmusiziert werden können, um sofort wieder in Zwiesprachen zu treten, wenn die Kompositionen es fordern. Da sprühte Hercegh vor Esprit in Jules Massenets Meditation aus „Theis“ und verschaffte den Zuhörern das erste intensive Musikerlebnis.

Es folgten die Variationen über ein Thema von Gioacchino Rossini für Flöte und Streicher von Frederic Chopin: nahezu ansatzfrei, cantabel schwebend im Klang, spielte Renate Kehr ihre Soli aus, von der Violine oft als Echo kopiert. Temperamentvoll, intensiv musikalisch interpretierend hörte man Wolfram Geiss auf dem Cello: Das Ave Maria über dem Praeludium Nr. 1 aus dem wohltemperierten Klavier (im Wechsel mit Hercegh auf der Violine), die Harfe spielte den Klavierpart.

Von Max Bruch „Kol niedrei“, ein aramäisches Gebet, arrangiert für Cello-Solo und Streicher mit Harfe, wurde ein Schrei, der aus dem Herzen kam. Die andalusische Romanze von Pablo de Sarasate wurde im Solo von Hercegh zu einem Feuerwerk an Rhythmen. In der Hirtenmusik aus „Die Kindheit Jesu“ für zwei Flöten und Streicher glänzten die Flötistinnen Kehr und Saskia Worf mit virtuosen Klängen. Tief berührt durch die Musik, einige Momente der Stille nach Musik von Wolfgang A. Mozart für Flöte und Orchester am Ende.

Organisiert hatte das Konzert der Kulturverein Fritzlar im Rahmen „Hör-mal im Denkmal“.

Von Agnes Dürr

Quelle: HNA

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