Bürgerinitiative Knüllwald informierte über weiteres Vorgehen gegen Südlink

Schritte gegen die Trasse

Nicht zu übersehen: Am Remsfelder Ortseingang hängt ein großes Protest-Plakat gegen die geplante Stromtrasse Südlink der Firma Tennet. Foto:  Thiery

Remsfeld. Heute erhält die Bundesnetzagentur die Pläne für die umstrittene Gleichstrom-Leitung Südlink. Vier Wochen lang hat sie dann Zeit, alle Einwände zu prüfen. „Der Zeitraum ist viel zu knapp bemessen“, sagen Olaf Knieriem und Karl-Heinz Steuerwald von der Bürgerinitiative Lebenswertes Knüllwald. Sie hoffen darauf, dass die Agentur die Prüfungsfrist, wie angekündigt, verlängert und die Entscheidung erst im Frühjahr fällt.

Alle bisher vorgelegten Pläne führen durch Knüllwald. „Wenn es bei den Plänen bleibt, werden wir wohl nicht von der Trasse verschont werden“, sagt Knüllwalds Bürgermeister Jörg Müller. Das liege auch daran, dass die Gemeinde an der A7 liege – und Tennet diese Regionen bevorzugt. Die Bürgerinitiative plant nun die nächsten Schritte.

Karl-Heinz Steuerwald hat alle Trassenvarianten in der Gemeinde geprüft und unter den Grundsätzen einer öffentlichen Raumplanung untersucht. Herausgekommen sind mehrseitige Widersprüche. Diese sollen heute pünktlich bei der Bundesnetzagentur eintreffen, zusammen mit vielen weiteren Einwänden.

Weil nur wenige Gebiete in der Bundesrepublik von Tennet betroffen seien, müssten sich die Bürgerinitiativen an der Trasse weiter zusammen schließen und dann die Diskussion mit Politik und Netzagentur führen, sagte Olaf Knieriem von der Initiative. „Da Knüllwald mitten in Deutschland liegt, kann es ein Brennpunkt des Widerstandes werden.“

Bürgermeister Jörg Müller ist Sprecher der Bürgermeister im Kreis, die sich, wie die betroffenen Landkreise, gegen das Projekt in dieser Form aussprechen. Der Weg führe zunächst über Informationen.

„Im Grunde wissen wir alle zu wenig über die gesundheitlichen Auswirkungen oder Alternativen wie Erdverkabelung“, sagte Müller. Man müsse Fachleute befragen. Auch sollen unabhängige Berater prüfen, ob Südlink überhaupt nötig sei.

Die Initiativen vermuten Lobbyismus und sind der Meinung, dass eine Energiewende auch über dezentrale Energieversorgung, wie Kombinationen aus Blockheizkraftwerk und Sonnenenergie, möglich sei.

Von einer Klage sehen sie zunächst ab. Knieriem sagte, man könne die Kosten nicht abschätzen, auch weil es fraglich sei, gegen was genau man klagen könne. Müller sieht eine Möglichkeit über die Verfassungskonformität: „Ich bin mir sicher, dass dieses Vorgehen nicht mit unserer Verfassung einhergeht.“

Von Christine Thiery

Quelle: HNA

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