Schüler der Herwig-Blankertz-Schule gehen mit Paten in die Berufsvorbereitung

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Übung macht den Meister: Berufspaten simulierten mit den HBS-Schülern einen Tag lang Vorstellungsgespräche.

Wolfhagen. Denise Berkans Bewerbungsgespräch ist simuliert und Teil des Berufspatenprojekts für Schüler der zweijährigen Berufsfachschule Fachrichtungen Wirtschaft und Verwaltung sowie Ernährung und Hauswirtschaft.

Trotzdem kann die 16-Jährige ihre Aufregung nicht verbergen. Ihre Lehrerin Elke Hubweber hat ja auch alles dafür getan, die Situation am Donnerstagvormittag in der Wolfhager Herwig-Blankertz-Schule (HBS) so realistisch wie möglich zu gestalten.

Elke Hubweber

Kaffee und kalte Getränke, Unterlagen, Zettel und Stift liegen auf dem Tisch, sogar an frische Blumen hat sie gedacht. „Alles soll ausschauen, wie im Personalbüro eines ganz gewöhnlichen Arbeitgebers“, sagt Hubweber. Denise nimmt all die Kleinigkeiten zumindest bewusst nicht wahr, sie konzentriert sich lieber voll und ganz auf die Fragen, die ihr Berufspate Rudolf Schaffer stellt. Akribisch hat der die vorbereitete Bewerbungsmappe der Schülerin studiert und weiß schon einiges über sie.

„Denise hat alle wesentlichen Informationen in der schriftlichen Vorstellung zusammengetragen, auch das Anschreiben ist gelungen.“ Das sagt er ihr natürlich noch nicht, bohrt am ein oder anderen Punkt lieber nochmal nach. Dass sie gerne lese, sei eine gute Voraussetzung für den Job in einer Buchhandlung, um den sie sich hier bewirbt. Auch, dass ihre Lieblingsbücher eher aus der modernen Literatur stammen, nimmt er hin. Doch wie sieht es mit der Klassik aus? „Was würden Sie tun, wenn ein Kunde beispielsweise etwas von Joseph Eichendorff wünscht?“ Denise antwortet routiniert, würde erstmal schauen, was der Warenbestand hergibt, notfalls den Computer zu Rate ziehen.

Anspannung ist da 

Vorbereitung lohnt sich: Denise Berkan stellt sich routiniert den Fragen von Berufspaten Rudolf Schaffer.

Ihre Nervosität hat sie im Griff, erst als Schaffer sie auf ihre Zeugnisse anspricht, ist ihr die Anspannung förmlich ins Gesicht geschrieben. „Englisch ist mittlerweile in vielen Berufen wichtig, bei Ihnen haben sich die Noten im Laufe der Zeit sehr gewandelt, von ausreichend über befriedigend bis hin zu gut in der Abschlussprüfung“, stellt der frühere Projektmanager fest.

„Ich weiß, dass Englisch eine Schwäche von mir ist, deshalb habe ich viel gelernt und bin auch heute noch dran“, gibt sie zu und macht damit alles richtig. „Denise hat die Schwäche zur Stärke werden lassen, hat gezeigt, dass sie mit Ehrgeiz viel erreichen kann“, lobt Schaffer. Vielleicht ein Verdienst des Berufspatenprojekts und Lehrerin Elke Hubweber. „Wir wollen unsere Schüler motivieren und unterstützen, als Berufsschule haben wir natürlich ein besonderes Interesse, unsere Schüler in die Arbeitswelt zu bringen, kleine Tipps können da schon viel bewirken.“

Bei Denise Berkan haben sie etwas gebracht, am Ende heißt es nämlich: „Probelauf bestanden, eingestellt!“ (zhf)

Quelle: HNA

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