Auf Mörderfang: Im Labor beschäftigten sich Schüler mit genetischem Fingerabdruck

Melsungen. Wer hat den Mord begangen? Welche DNA stimmt überein? Mit diesen Fragen beschäftigten sich 20 Schüler der Melsunger Geschwister-Scholl-Schule. Und zwar nicht als Kriminalpolizisten, sondern als forensische Wissenschaftler auf Zeit.

Im Biotechnikum – einem zweigeschossigen Truck mit einem hochmodernen molekularbiologischen Labor – ging der Bioleistungskurs der Jahrgangsstufe zwölf am Donnerstag auf eine fiktive Mörderjagd.

Zurzeit ist das Biotechnikum vom Bundesministerium für Bildung und Forschung auf Hessen-Tour, macht noch heute Halt in Melsungen. Mit an Bord sind die beiden Biologen Dr. Katrin Silbermann und Dr. Hella Tappe.

„In unserem DNA-Praktikum wollen wir einen genetischen Fingerabdruck erstellen“, erklärte Hella Tappe. Dazu mussten sich die Schüler in Zweiergruppen aufteilen und nahmen pro Gruppe jeweils eine Speichelprobe aus dem Mund eines Mitschülers.

Gleich darauf wurden aus den genommenen Proben die Träger der Erbinformationen (DNA) von den Mundschleimhautzellen getrennt und dann vervielfältigt – und zwar mit der so genannten Polymerasekettenreaktion-Methode. Zum Schluss wurde noch das Erbmaterial nach Größe getrennt.

„Diese Methode ist auch abiturrelevanter Stoff“, merkte Wissenschaftlerin Hella Tappe an. Überhaupt kam die praktische Arbeit in dem gut ausgerüsteten, fahrbaren Labor bei allen Beteiligten sehr gut an. „Ich finde die Initiative Biotechnikum toll“, meinte Bio-Lehrerin Elke Bussiek. „Das ist eine Gelegenheit, die die Schule sonst nicht bieten kann.“

Theorie im Praxistest

Und auch die Bioleistungskurs-Schüler waren von dem Biotechnik-Mobil angetan. „Hier kann man das in der Praxis testen, was man sonst nur in der Schule theoretisch lernt“, sagte Schüler Matthias Stieglitz. Und seine Mitschülerin Katharina Jakob fügte hinzu: „Ich könnte mit selber vorstellen, einmal in diesem Berufsfeld zu arbeiten.“

Genau das ist eines der Ziele der Biotechnikum-Initiative. „Die Biotechnologie ist ein schnell wachsender Wirtschaftszweig. Wir brauchen Nachwuchskräfte“, erklärte Katrin Silbermann. Daher hält Hella Tappe heute einen Vortrag vor den Schülern über mögliche Karrierechancen.

Ängste abbauen

„Außerdem wollen wir die Biotechnik näher an die Menschen bringen, Ängste abbauen und Aufklärungsarbeit leisten“, erzählte sie.

Daher stand der Truck des Biotechnikums am Donnerstagnachmittag allen offen, die sich in einer Austellung informieren konnten.

Quelle: HNA

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