Browser? Plug-Ins? Wie Schüler es Senioren erklärten

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Schüler der Radko-Stöckl-Schule schulten Senioren im Umgang mir Computern. Unser Bild zeigt Georg Gröbner und Dennis Pahl (von links).

Melsungen. Von Internet-Browsern, Plug-Ins und anderen Begriffen aus dem Computerfachjargon haben sie noch nicht viel gehört. Was Jugendlichen fast nebenbei gelingt, ist für Senioren oftmals ein schwieriges Unterfangen.

Die Radko-Stöckl-Schule bot in ihren eigenen Räumen nun einen Computerkurs für Anfänger im Rentenalter an, um auch den Älteren die Computerwelt zugänglich zu machen. Das Besondere dabei ist, dass die Senioren nicht von ausgebildeten Lehrern unterrichtet wurden, sondern von den Schülern der elften Wirtschaftsinformatik-Klasse der Radko-Stöckl-Schule selbst: "Das stellt auch für die Schüler eine Herausforderung dar", sagte Lehrer Thorsten Lotz.

Denn die eigenen Fähigkeiten weiterzugeben, sei nicht immer einfach. Auf jeden Einzelnen musste individuell eingegangen werden, da die Senioren auf unterschiedlichen Wissensständen gewesen seien, erklärte Lotz weiter. "Das hat mich an früher erinnert, als ich selbst zum ersten Mal am Computer saß", sagte Schüler Niklas Berthel.

Anders als in gewöhnlichen Computerkursen bekam nämlich jeder Senior einen Schüler an die Seite gestellt. Das Angebot kam wohl unter anderem deshalb sehr gut bei den Teilnehmern an. Auch wenn so manch einer die Technik verfluchte.

Ein gutes Beispiel dafür, dass es nie zu spät ist, seinen Horizont zu erweitern, ist die 82-jährige Angela Hofmann.

Sie war nach eigenem Empfinden blutiger Anfänger, was Computer angeht. Während ihrer Zeit im Computerkurs lernte sie diverse Funktionen des Computers. Auch, wenn sie nicht alles auf Anhieb umsetzen konnte, ihr Mentor Marcel Kördel war zufrieden mit ihrer Leistung. Und Hofmann gab sich kämpferisch: "Ich gebe so schnell nicht auf und bleibe dran ."

Dranbleiben wollen auch die anderen Teilnehmer des Kurses. Das Projekt hat zwar sein Ende gefunden, der Lernprozess soll aber weitergehen. Deshalb boten die Schüler den Senioren an, auch über das Projekt hinaus ihnen bei Fragen mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. Besonders schätzten die Teilnehmer die vertraute Atmosphäre. "Der Kurs hier hat mir sehr geholfen - aber ich hatte auch einen sehr guten Lehrer", sagte Brigitte Collasch aus Röhrenfurth und richtet ihren Blick auf den Schüler Benjamin Kopp. Grundbegriffe seien ihr zwar bereits geläufig gewesen, durch Benjamins Hilfe aber habe sie ihr Wissen enorm erweitern können.

Das Ergebnis ließ sich jedenfalls sehen: Collasch erstellte eine ansehnliche Adventskarte für ihre Liebsten und versendete sie auch gleich per E-Mail.

Von Lars Becker

Quelle: HNA

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