Projekt bei Asklepios: Krankenpflegeschüler organisieren geriatrische Abteilung

Schüler sind die Stationleiter

Ziegenhain. Schüler leiten eine Station: So heißt ein Projekt, dass zum zweiten Mal an der Asklepios-Klinik in Ziegenhain läuft. 22 Krankenpflegeschüler kümmern sich zwei Wochen um den kompletten Ablauf der geriatrischen Abteilung. Unterstützt wird der Examenskurs dabei von Kursleiterin Michaela Grebe, Stationsleitung Squollan Schöneweiß und den Chefärzten Dr. Hilko Delles und Dr. Jens Zemke. „Ziel ist es, den jungen Leuten eigenverantwortliches Handeln näher zu bringen“, erklärt Grebe.

Im Hintergrund arbeiten während der Zeit die examinierten Kräfte. „Wenn nötig, geben wir natürlich auch Unterstützung“, sagt Squollan Schönweiß. Die Facetten in der Organisation einer Stationen sind vielfältig. Von der Patientenbetreuung und der -förderung sind die Schüler auch in der Zusammenarbeit mit Ärzten, Therapeuten und den übrigen Abteilungen der Klinik gefragt.

Prioritäten festzulegen

Darüber hinaus muss die Materialbestellung geregelt sowie die weitere Versorgung der Kranken geplant werden. „Die größte Herausforderung ist sicher, zunächst erstmal die Strukturen zu erfassen, Absprachen zu treffen und Prioritäten festzulegen“, hat die Stationsleitung beobachtet. Auch gehe es darum, den Status des Schülers für diese Zeit abzulegen: „In dem Projekt sollten die jungen Leute die Scheu vor den Ärzten verlieren und vor allem Teamgeist entwickeln. Auch im Berufsalltag muss man ständig miteinander im Gespräch bleiben“, verdeutlicht Michaela Grebe. „Die Schüler sind dann nicht mehr nur Zuschauer, sondern plätzlich mittendrin“, erklärt Dr. Jens Zemke. Das 22-köpfige Team deckt alle Schichten ab, betreut insgesamt 32 Patienten.

Rotierendes Schichtsystem

„Üblicherweise ist der Personalschlüssel schon anders“, verdeutlicht Schöneweiß. Entgegen einer regulären Schicht arbeiteten die Schüler mit mehr als doppelt so viel Personal. Damit Stillere in der Gruppe nicht untergehen, rotiert die Schichtleitung. „Jeder Schüler hat mal das Telefon in der Tasche“, erklärt die Gesundheits- und Krankenpflegerin. Dass es auf Station längst nicht nur um die Versorgung, sondern auch um liebevolle Zuwendung geht, darauf legen Grebe und Schöneweiß großen Wert. „Die Patienten genießen das sehr, wenn man mehr Zeit hat“, sagen sie. Auch in Zukunft soll das Projekt bei Asklepios weiterhin Schule machen.

Von Sandra Rose

Quelle: HNA

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