Durch Nacht und Nebel

Schüler der Steinwaldschule spendeten: Übergabe auf Philippinen nicht ungefährlich

Neukirchen. Meraluna Wagner (42) aus Neukirchen hat das Risiko nicht gescheut, um Menschen in ihrer Heimat zu helfen. Ihr Auftrag: Die Spenden der Klasse 7a der Steinwaldschule Neukirchen sicher zu Opfern des Taifuns "Yolanda" zu bringen, der im vergangenen November auf den Philippinen gewütet hat.

Knapp 200 Euro hatten die Schüler gesammelt. Eine Menge Geld für Siebtklässler, aber vor allem sehr viel für Menschen auf den Inseln, erklärte Meraluna Wagner bei einer Präsentation des Projekts in der Steinwaldschule. Sie arbeitet dort als Reinigungskraft. Den Kindern schilderte sie, dass sie ihr Vorgehen zur Übergabe der Spenden sehr gut planen musste.

"Sobald man mit so einer großen Summe in dieser Gegend unterwegs ist, ist man vor Überfällen nicht sicher", erzählte die Neukirchenerin. Die Menschen würden schnell aggressiv, wenn man nicht genügend Spenden für alle mitbringe.

Da ihre eigene Heimatregion nicht direkt vom Taifun betroffen ist, machte sie sich auf in ein 100 Kilometer entferntes Gebiet am Zipfel ihrer Insel Cebu, zusammen mit ihrer Familie in einer Nacht-und-Nebel-Aktion. Um möglichst unbemerkt zu bleiben, brachen sie früh gegen drei Uhr auf. Die Landschaft sei durch den Taifun stark in Mitleidenschaft gezogen, der Weg entsprechend mühsam.

Entstanden war die Idee zur Spendenaktion im Naturkundeunterricht. Zwei Schülerinnen der Klasse 7a hatten einen Vortrag über Naturkatastrophen gehalten. Dabei erzählten sie unter anderem auch von dem Taifun "Yolanda" auf den Philippinen. Die Klasse war von der Situation vor Ort bestürzt und entschloss sich, zu helfen. So organisierten sie unter der Anleitung ihrer Lehrerin Stephanie Menz (43) einen Kuchenverkauf. Hausverwalter Volker Diebel (59) kam dann auf die Idee, die Spenden von Meraluna Wagner direkt zu Betroffenen zu bringen.

"Bei größeren Spenden weiß man nie genau, wo das Geld ankommt und wem damit geholfen wird. Wir möchten aber, dass die Schüler sehen können, wen sie durch ihre Aktion unterstützen", sagte Schulleiter Olaf Rödiger.

Auf Fotos, die Meraluna aus ihrer Heimat mitgebracht hat, können die Schüler nun die Dankbarkeit sehen, die die Anwohner ausstrahlen. Sie sehen jedoch auch die katastrophalen Zustände, die dort noch immer herrschen. Deshalb möchten sie ihre Spendenaktion so schnell wie möglich wiederholen.

Aus der Spendenaktion heraus entstand außerdem ein Briefkontakt mit einem philippinischen Mädchen. In ihrem Brief bedankt sie sich ganz herzlich. "Es ist die Idee entstanden, das Mädchen im nächsten Jahr, sollte es finanziell möglich sein, zu uns nach Deutschland einzuladen und ihr die Schule zu zeigen", berichtet Hausverwalter Diebel. Auch die Schüler, die froh sind, dass sie helfen konnten, würde ein solcher Besuch freuen.

Von Maria Effenberger

Quelle: HNA

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