Schüler der Wolfhager Wilhelm-Filchner-Schule gründen Firma

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Firmen-Gründer in der Schule: (v.l.) Daniel Iwanow, Vladimir Sajizev, Paul Henkelmann, Sarah Stiebing, Lehrer Martin Wohlrab, Samuel Scharfe, Christoph Lübcke (BLG), Eric Klapp, Nils Böhle, Hannah Tichatschek und Catharina Franke.

Wolfhagen. Sie haben einen Geschäftsführer und eine Marketingabteilung: 13 Schüler der Wilhelm-Filchner Schule gründen gerade eine Firma.

Unter dem Namen Acabado sollen Werbeprodukte für die Schule verkauft werden. Im ersten Schritt überlegen die Schüler genau, mit welchen Fragen sie durch die Klassen gehen. Sie wollen herausfinden, welche Produkte bei ihren Mitschülern ankommen - sie sondieren den Markt.

Organisiert ist die Schülerfirma wie große Unternehmen: Ein Schüler ist Geschäftsführer, zwei sind für den Einkauf zuständig, andere für Marketing und Personal. Angestoßen wurde das Projekt von Lehrer Martin Wohlrab. Er hält sich aber aus den Planungen raus: „Ich bin quasi der Aufsichtsrat.“ Seine Schüler sollen einen praktischen Einblick in die Wirtschaft bekommen. Unterstützung gibt es durch das Junior Programm des Instituts der deutschen Wirtschaft.

Nach den Sommerferien begannen die Überlegungen, in welcher Branche sie aktiv werden wollen. „Zuerst dachten wir an Dienstleistungen für Senioren, aber das wäre zeitlich schwierig geworden“, sagt Nils Böhle, der für Marketing und Personal verantwortlich ist. In einem anderen Bereich haben sie jetzt eine Marktlücke gefunden: Auf Flaschenöffnern und Tassen soll das Schullogo gedruckt werden. Die fertigen Produkte werden an Schüler und Eltern verkauft. „So etwas gibt es hier noch nicht“, sagt Samuel Scharfe, der zum Geschäftsführer bestimmt wurde.

Einmal die Woche trifft sich die Gruppe jetzt in einer Freistunde. Beraten werden sie von Christoph Lübcke, der nach seinem Abitur an der Filchner-Schule und dem Studium das Solar-Unternehmen BLG gründete. Er weiß, welche Risiken es bei der Unternehmensgründung gibt. „Man muss ständig hinterfragen, welche Entscheidungen man trifft. Auch die Finanzen sollte man im Blick haben.“

Die Schüler haben eine große Verantwortung. Anteilseigner investieren 10 Euro in die Firma. „Wir hoffen natürlich, dass wir ihnen nach einem Jahr ihr Geld zurückzahlen können“, sagt Samuel Scharfe. Schülerfirmen mit diesem Prinzip gibt es in ganz Deutschland. In Wolfhagen ist es die erste. Am Ende des Schuljahres ist die Projektzeit erst einmal beendet. Bis dahin sollen schon Produkte auf den Markt gebracht werden und erste Einnahmen auf das Firmenkonto fließen. „Um den Umsatz geht es mir aber nicht. Ich will wissen, ob das etwas für mich ist.“ Bis das erste Geld verdient wird, dauert es ohnehin noch einige Zeit. Die Schüler haben jetzt schon gelernt: Eine Firma gründet man Schritt für Schritt.

Quelle: HNA

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