Schülerinnen engagieren sich gegen den Einsatz von Kindersoldaten

Schülerinnen engagieren sich gegen den Einsatz von Kindersoldaten

Homberg. Am Anfang war ein Bericht im Fernsehen über Kindersoldaten. Er ließ neun Schülerinnen der Bundespräsident-Theodor-Heuss-Schule in Homberg nicht mehr: Während sie in Nordhessen eine glückliche Kindheit verlebten, wurden Gleichaltrige in Afrika und Asien zu Mördern erzogen, missbraucht und vergewaltigt.

Diese Kinder waren Täter und Opfer zugleich. Kurzerhand beschlossen die Achtklässlerinnen, sich im Rahmen der Aktion „Rote Hand“ gegen den Einsatz von Kindersoldaten zu engagieren. 

Seit Beginn des Jahres beschäftigten sich Ann-Christin Pforr, Julia Ritschel, Maide Akkoyun, Lea Eisenberg, Alina Grau, Manon Figge, Marisa Mergardt, Jana Röse und Ina Kelsch mit dem Thema. In Pausen, Freistunden, bei Elternabenden und Musikveranstaltungen informierten sie ihr Umfeld über das Schicksal der Kindersoldaten.

Sie forderten die Menschen auf, mit ihrem Handabdruck ein Zeichen zu setzen. „Unendlich stolz“ auf die Schülerinnen ist Politiklehrerin Sabine Dubik, die ihnen zur Seite stand. „Sie haben das Projekt selbst entwickelt und in ihrer Freizeit umgesetzt.“ Der Lohn für diese Mühe waren neben 150 Euro Spenden 805 rote Handabdrücke.

Die Aktion „Rote Hand“

Derzeit gibt es weltweit etwa 250 000 Kindersoldaten, was laut UN-Konvention verboten ist. Seit 2002 protestieren vor allem Kinder und Jugendliche mit roten Handabdrücken gegen den Einsatz von Kindersoldaten. Große Hilfsorganisationen wie Terre des Hommes oder Human Rights Watch unterstützen die Aktion. Insgesamt sind bereits 351.000 rote Hände als Mahnung an die Politik gesammelt worden.

Den stattlichen Stapel übergaben die Schülerinnen am Donnerstag feierlich an Landrat Frank-Martin Neupärtl. Außerdem stellten sie das Projekt mit einer Präsentation und selbst erstellten Videos noch einmal vor. Neupärtl war von ihrem Engagement begeistert und steuerte bereitwillig einen eigenen Bogen bei. Er versprach, die nunmehr 806 roten Hände über den Bundestagsabgeordneten des Schwalm-Eder-Kreises, Dr. Edgar Franke, an Bundeskanzlerin Angela Merkel weiterzuleiten, um die Politik für das Thema Kindersoldaten zu sensibilisieren.

Großes Lob ernteten die Jugendlichen auch von Schulleiter Dr. Ralf Weskamp: „Ihr habt bewiesen, dass jeder etwas bewegen kann.“ (fsz)

Quelle: HNA

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