Firmen holen Lehrlinge direkt von der Schule

Schülerzahlen an den Beruflichen Schulen sinken

Wolfhager Land. Immer mehr junge Leute beginnen nach der Schule gleich eine Ausbildung oder wählen weiterführende Vollzeitangebote. Zwischengeschaltete Schulformen verlieren an Bedeutung.

„Berufsvorbereitungsjahre gibt es an den beiden beruflichen Schulen im Landkreis Kassel der Herwig-Blankertz-Schule Hofgeismar-Wolfhagen sowie an der Willy-Brandt-Schule in Kassel inzwischen nicht mehr, die Schülerzahlen waren zu gering", erklärt Kreissprecher Harald Kühlborn.

Dies liegt zum einen an den sinkenden Schülerzahlen durch den demografischen Wandel, zum anderen an der guten Konjunktur. „Es existiert derzeit ein großes Lehrstellenangebot“, sagt Dr. Dietmar Johlen, Schulleiter der Herwig-Blankertz-Schule Hofgeismar/Wolfhagen. Die Firmen suchten händeringend nach geeigneten Bewerbern. Und holen sie derzeit direkt nach dem Schulabschluss ins Unternehmen. Dies war vor Jahren noch anders. Damals gab es nicht genug Lehrstellen und deshalb nutzten viele Schüler die Angebote der Berufsschulen.

Johlen rechnet damit, dass die Schülerzahlen bei den Übergangssystemen zwar sinken, bei den Teilzeitklassen und weiterführenden Bildungsgängen wie beispielsweise der Fachoberschule jedoch stabil bleiben. Dies zeigt sich anhand der Zahlen. Es gibt bisher nur leichte Schwankungen. Laut Kühlborn waren vor vier Jahren 38.9 Prozent der Schüler an den beruflichen Schulen im Kreis in Vollzeitangeboten, 2012 waren es 37,6 Prozent und im laufenden Schuljahr sind es wieder 38,1 Prozent.

„Die Schülerzahl an den beruflichen Schulen wird in den kommenden Jahren leicht sinken“, sagt Harald Kühlborn. Da die Herwig-Blankertz-Schule an beiden Standorten aktuell 1997 Schüler hat und die Willy-Brandt-Schule 1402 Schüler, sei jedoch keine der beiden Schulen auch nur im Ansatz gefährdet.

Von Bea Ricken

Quelle: HNA

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